Im Bauch war’s so schön warm…

Meine Mama war stolz mit ihrem Bäuchlein. Das habe ich jeden Tag an ihrer Stimmung gemerkt. Im Büro hat sie gearbeitet, bis der Mutterschutz gestartet hat. Und wenn ihre Kollegen sie auf mich angesprochen haben, dann hat sie sich immer so gefreut. Dann habe ich mich auch gefreut und ihr mal ordentlich rausgeklopft.

Mama und Papa wussten schon seit dem dritten Ultraschall, dass ich ein Mädchen werde. Meinen Namen „Zoe“, den wussten sie auch schon. Aber sie haben es niemanden verraten, es sollte eine Überraschung werden. Nicht einmal Oma und Opa wussten davon, oder Mama’s beste Freundinnen.

Meine Eltern haben mit mir im Bauch viel unternommen: ich war auch eine Woche in Kroatien und auch eine in Paris, im Sommer ganz viel baden und immer von netten Leuten umgeben, die mit Mama’s Bauch geredet haben. Und die gesagt haben, Mama solle sich schonen und viel schlafen. Die Oma kannte ich besonders gut, denn die hat Mama oft noch am Abend nach der Arbeit besucht. Dann hat sie immer viel erzählt, bei ihrer Stimme werde ich heute noch schläfrig. Was sie so erzählt hat, habe ich natürlich nicht verstanden. Mama war auch sehr viel spazieren, bestimmt jeden Tag. Vielleicht bin ich auch deswegen immer so gerne an der frischen Luft. Es beruhigt mich einfach, und noch dazu ist es interessant da draußen.

Papa hat mir abends viel vorgesungen und mit der Gitarre vorgespielt, da war ich dann immer wach und die Mama konnte nicht schlafen. Auch wenn er mich gestreichelt hat, habe ich gerne herausgeklopft. Das habe ich ja gemerkt, wenn der Papa das gemacht hat. Und außerdem hat er sich danach immer riesig gefreut.

So schön kuschlig und warm es auch war, habe ich trotzdem beschlossen drei Wochen früher als geplant auf die Welt zu kommen. Ich war einfach so neugierig auf meine Eltern, die mir schon im Bauch immer gesagt haben, dass sie mich so lieb haben. Die musste ich einfach kennenlernen. Und der erste Moment bei meiner Mama auf der Brust, der war einfach wunderschön. Ich habe geweint, sie auch. Und Papa war sprachlos.

29. Dezember 2014

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