Die ersten drei Monate

Seit dem Neujahrstag wohne ich gemeinsam mit Mama und Papa Zuhause. Da habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt. Wahrscheinlich weil meine Eltern alles ganz liebevoll für mich vorbereitet haben. Mein Bettchen war im Schlafzimmer meiner Eltern. Auch die Wickelkommode, die ich heute gar nicht mehr mag. Im Wohnzimmer war meine Wippe und mein Stubenwagen. Da habe ich am Tag immer geschlafen, damit der Besuch mich auch bestaunen konnte. Die ersten Wochen hat mich fast jeden Tag jemand besucht. Die Oma war viel da, bei der habe ich dann besonders gerne auf dem Arm geschlafen. Mein Onkel und meine Tante haben auch viel mit mir gekuschelt, auch wenn mein Onkel etwas Angst gehabt hat mir wehzutun. Papa hat ihm dann gezeigt, wie man mich halten kann. Auch Geschenke habe ich täglich bekommen. Ich war irgendwie beliebt. Bestimmt, weil ich so süß war. Das haben immer alle gesagt. Ein schlafendes Engerl.

 

Die ersten Monate habe ich sehr gerne und viel geschlafen. Mama sagt immer das habe ich wohl von meinem Papa, der schläft auch so gerne. Anfangs war ich immer hungrig, länger als drei Stunden konnte ich nicht ohne mein Flaschi. In der Nacht war das bestimmt ganz schön anstrengend für die Mama. Denn natürlich wollte ich dann nicht immer gleich wieder einschlafen nach dem Trinken und Wickeln. Aber Mitte Februar konnte ich nachts dann schon gut sechs Stunden ohne Flaschi auskommen und am Stück schlafen, weil ich einfach immer so müde war. Ich war ja auch schon viel mit Mama unterwegs. Und das Schnarchen von Papa im Hintergrund hat mich auch beruhigt. Da habe ich gewusst, die anderen, die schlafen auch. Also ist das schon OK so.

Mama hat mich anfangs nur einmal

in der Woche gebadet, das war immer so schön. Heute mag ich das gar nicht mehr so gerne. Jetzt weiß ich es ist Abend, wenn das Baden an der Reihe ist. Danach folgt mein Flaschi und ich muss ins Bett. Und im Bett da könnte ich ja irgendetwas verpassen. Bin ja jetzt schon groß.

Meine Stimme, die war auch so witzig. Wenn Mama manchmal mit mir geredet hat, dann habe ich ihr gleich geantwortet. Sie hat sich dann immer so gefreut. Die Mama versteht mich einfach. Sie hat auch so ein schönes Mobile mit kleinen Pferdchen über mein Bett gehängt. Das hat sogar Musik gespielt. Den Pferdchen beim Tanzen zuzuschauen war so lustig und beruhigend. Natürlich habe ich dabei auch ordentlich mit den Armen und Füßen gewackelt, am Rücken liegend hat das ja so gut funktioniert. Auch wenn Papa mit meiner Lieblingsrassel vor dem Gesicht herumgespielt hat, hat mir das sehr gefallen. Ich konnte ja noch nicht so weit sehen wie heute.

Im März konnte ich mein Köpfchen schon etwas halten. Mama hat mich gerne auf den Bauch gelegt um mit mir zu üben. Manchmal hat sie dann auch irgendwelche lustigen Übungen am Boden gemacht, die Beine mal in der Luft, mal wieder am Boden. Sie hat dabei immer etwas angestrengt geschaut. Aber danach ging’s ihr immer gut.

In den ersten Monaten haben meine Eltern immer mit einem Ding vor meinem Gesicht herumgefuchtelt. Auch, wenn Besuch da war, jeder hat so ein Ding mitgehabt und mir gezeigt. Dann haben sie immer gesagt: „Und cheese, Zoe cheese! Lachen!“ Ich habe das gar nicht verstanden. Aber heute gefallen mir diese Dinge, die Handys. Vielleicht genau deswegen.

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