Vom Drehen bis Stehen

Bis heute lerne ich fast täglich etwas Neues. Oder kann plötzlich etwas, was ich gestern noch nicht konnte. Meine Mama klatscht dann immer und sagt „Bravo!“ Heute kann ich das auch schon. Ich klatsche gerne. Auch wenn ich etwas haben will, klatsche ich. „Bitte! Bitte!“ – so sagt Mama immer dazu.

Mama und Papa haben mit mir viel geübt. Sie haben mich gerne auf den Bauch gelegt. Dann haben sie immer mit einem Spielzeug neben mir herumgewedelt. Es hat mich etwas genervt, dass ich es nicht erwischt habe. Gib mir das, ich will das, habe ich mir gedacht. Bis ich endlich zur Seite gefallen bin und es erwischt habe. Dann hat es wenige Wochen gedauert und ich habe mich mit meinen Spielsachen in der Hand wie wild hin und her gedreht. Seit diesem Tag an schlafe ich am liebsten auf dem Bauch. Ist viel gemütlicher so. Anfangs haben mich meine Eltern nachts immer wieder zurück auf den Rücken gedreht. Aber das habe ich gar nicht gewollt, und schwups habe ich mich wieder auf dem Bauch gelegt. Ich glaube mein Babyschwimmkurs mit Mama hat mich auch stark gemacht.

Meine Freundin Valerie konnte früher sitzen als ich. Sie hat sich immer an mir festgehalten, das hat mich ganz schön genervt. Im Sommer war ich dann auch plötzlich ein Profi, sogar nachts bin ich dann manchmal wach geworden und plötzlich im Bett gesessen. Hat Mama mich etwa hingesetzt, weil sie wusste, dass ich das gerne mag? Im Schlaf doch nicht. Da musste ich dann immer weinen und war böse auf sie.

Dann wurde ich auch das Einkaufswagerl mein Freund und das Einkaufen mit Mama immer aufregender. Aber Mama hält mich auch heute immer noch mit einer Hand fest.

Im August war ich einmal einen Tag bei meiner Oma. Mama war nicht da. Am Anfang habe ich sie gesucht, dann hat Oma aber so leckere Kekse gehabt und mit mir einen Turm gebaut. An diesem Tag hat uns auch mein Onkel mit seinem Hund Askan besucht. Er ist ja so lustig! Immer liegt er herum und schaut. Und essen mag er auch gerne. Und schlafen. Ich muss immer lachen bis ich Schluckauf habe. Ich darf immer „Ei Ei“ bei ihm machen, aber nur, wenn mein Onkel auch dabei ist. An diesem Tag habe ich viel „Ei Ei“ bei Askan gemacht, dann ist er immer davongelaufen. Mit seinen Händen und Füßen. Auf allen vieren. Am späten Nachmittag hat mich Mama dann bei Oma abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Papa war auch schon da. Und die Fernbedienung. Am anderen Ende meiner Spielwiese auf der Couch. Ich mag die Fernbedienung. Manchmal darf ich sie halten. Und in dem Moment wollte ich sie auch halten. Aber Mama gab sie mir nicht. Dann bin ich einfach wie Askan mit Händen und Füßen ganz langsam Richtung Fernbedienung gekrab …. ah und wieder gerollt… und wieder gekrabbelt. Schritt für Schritt. Meine Eltern waren richtig stolz! Und ich erst! Und die Fernbedienung durfte ich mir dann sooft holen, bis wir eine neue gebraucht haben.

Heute bin ich schnell wie der Wirbelwind und auf allen vieren erreiche ich alles, was ich haben will. Auch wenn es ganz ganz oben ist, da komm ich hin! Und Mama immer hinterher!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s