„Zoe, nein! NEIN!“

Seitdem ich immer so viel herumkrabble ist meine Mama fast immer neben mir. Im Wohnzimmer bin ich am liebsten, da sind alle meine Spielsachen, die gemütliche Couch, die ich gerne mit Festhalten entlang spaziere, und der Wohnzimmertisch. Ich glaube, den hat Mama extra für mich gekauft, denn der ist genau in meiner Höhe. Da stehe ich sehr gerne dabei und klatsche mit allem was ich finde wild darauf. Das macht dann immer so ein lautes Geräusch und alle können mich dann hören. Ich muss dann immer so lachen! Meine Mama sagt dann meistens „Nein Zoe, nein!“ Manchmal schaut sie dann auch böse, das schaut aber so lustig aus. Dann muss ich lachen und haue weiter auf den Glastisch, damit Mama wieder so ein lustiges Gesicht macht.

Aber irgendwann wird das auch langweilig. Ich krabble dann gerne zum Bücherregal, denn da hole ich gerne alle Bücher raus. Die kleinen gelben gefallen mir besonders gut, die haben so dünne Seiten. Da kann man leicht eine rausreissen. Wenn ich das geschafft habe, dann zerreisse ich auch gerne die einzelnen Seiten in Stücke. Zuerst ist es ein großes Blatt, dann immer kleiner. Ich kann das so gut. Und das raschelt auch so. Mama hat da auch immer ihr böses Gesicht. „Nein! Nein! Nein!“ Was soll denn das heißen, „Nein“? Ich schüttle dann immer den Kopf, das hat mir meine Oma gelernt. Und dann sagt Mama immer, „Genau, NEIN!“ Oft packt sie mich dann einfach und setzt mich wieder zurück auf meine Spielwiese.

Von der Spielwiese aus sehe ich den Fernseher ganz genau. Gegen Abend sind oft so lustige Bilder darauf, am Tag ist er nur schwarz. Ich weiß, dass meine Mama auf die Fernbedienung drückt, damit die Bilder da sind. Aber die versteckt sie immer so gut. Ich probiere dann gerne auf den Fernseher zu tatschen, bei Papa’s iPad funktioniert das ja auch! Das schaffe ich aber immer nur einen kurzen Moment, dann steht die Mama schon da. „Nein Zoe, du darfst das nicht! Nein, nein!“ Schon wieder dieser „Nein“. Und dieses komische Gesicht. Bevor ich nochmal draufklatschen kann, bringt mich die Mama schon weg.

Dann habe ich einmal das große Bild von Mama und Papa erwischt. Ich wollte es schon lange einmal genauer anschauen, aber es ist einfach zu hoch gewesen. Ich habe probier und probiert, mich ganz doll gestreckt, so richtig groß gemacht. Es ging alles ganz schnell und plötzlich machte es einen lauten Knall. Dann kamen die Mama und der Papa dahergelaufen, haben mich hochgehoben und meine Hände angeschaut und Kopf angeschaut. „Hat sie sich weh getan?“, fragte der Papa die Mama. Habe ich nicht, aber das Bild war nicht mehr so groß wie vorher. Kleinere Teile waren am Boden. Dann war die Mama böse zu mir, hat geschimpft und auch mehrmals „Nein“ gesagt, ich darf das nicht, habe ich verstanden. Aber was genau das heißt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass die Mama an diesem Tag dann nicht mehr so lustig war. Das hat mir nicht sehr gefallen. Dabei habe ich doch nur aus einem Bild mehrere Bilder gemacht, wie Zauberei.

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