Auswärts schlafen

Gestern war ich zum ersten Mal in der Nacht nicht zuhause. Ich war bei der Oma. Mama hat mir schon den ganzen Tag immer wieder gesagt, dass ich bei Oma schlafen darf. Und, dass das bestimmt so toll wird. Ich glaube Mama war aufgeregt, warum weiß ich nicht. Ist ja nur die Oma. Am Abend sind wir gemeinsam zu ihr spaziert. Mama war noch kurz bei uns und dann hat sie mir ein „Gute Nacht Bussi“ gegeben und ist gegangen.

Aber es war ja noch lange Zeit bis zum Schlafen gehen. Ich durfte ganz lang mit der Oma im Wohnzimmer spielen. Wir haben einen Turm gebaut und getrommelt, haben immer wieder Omas Katzen durch die Wohnung gejagt und den Spiegel betatscht. Und die Schubladen ausgeräumt. Irgendwann hat sich die Oma einen Pyjama angezogen. Das war dann so lustig, denn so habe ich sie ja noch nie gesehen. Ich bin dann auch schön langsam sehr müde geworden und Oma hat mir mein Flaschi gemacht. Aber das wollte ich gestern Abend nicht trinken, es hat mir einfach irgendwie nicht so geschmeckt. Dann hat sie Bärli und mich in mein Bettchen gelegt, das sie direkt neben ihrem Bett hingestellt hat. Obwohl ich so müde war konnte ich nicht gleich einschlafen. Plötzlich wurde ich traurig. Es war komisch, meine Spieluhr von zuhause war da, Bärli auch, mein Pyjama, alles da. Aber ich war nicht zuhause, sondern noch bei der Oma. Genau, bei der Oma. Na dann ist ja alles gut, hab ich mir gedacht und habe geschlafen.

Mein morgendliches Dämmerungsflaschi durfte ich dann bei Oma im großen Bett trinken und wir haben danach eng zusammengekuschelt weitergemützelt, so wie ich das zuhause mit Mama und Papa auch immer mache. Irgendwann sind die Katzen zu uns ins Bett gesprungen. Das war ein lustig Aufwachen! Oma hat gesagt, dass sie auch hungrig sind und frühstücken wollen. Drum sind wir aufgestanden. Und der Nikolaus, der war wohl auch schon da. Hat die Oma zumindest gesagt.

Waschen, Zähne putzen, windeln, anziehen – wie Zuhause. Zugeschaut, wenn sich die Oma wascht, habe ich noch nie. Aber von der Mama kenne ich das ja auch. Dann haben wir noch einmal gefrühstückt, bis wenig später Mama und Papa hereingeschaut haben. Sie haben sich riesig gefreut und mir viele Bussis gegeben. Meinen Brei wollte ich dann gar nicht mehr weiter essen. Meine Eltern haben auch bei Oma gefrühstückt, vielleicht weil sie so aufgeregt waren. Mama zumindest, so hat sie nämlich ausgesehen. Warum die beiden nicht bei Oma geschlafen haben, weiß ich gar nicht. Aber war ja kein Problem für mich. Trotzdem habe ich mich aufs nach Hause gehen gefreut, und auf mein Bettchen heute Abend. Und auf die Mama, und auf den Papa. Und auf meine Spielsachen und meine Regale. Und meine Fernbedienung. Und meinen Wäschekorb. Und und und…. ❤

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