Resümee: alles ist anders, oder doch nicht?

Jahresrückblicke gibt’s derzeit überall: im Fernsehen laufen sie rauf und runter, im Radio, auf meiner Facebook-Wall… Ich glaube es ist auch an der Zeit für mich mein Jahr Revue passieren zu lassen. Bald bin ich bereits ein Jahr lang Mama, und zwar in zehn Tagen. Wie unglaublich schnell doch die Zeit vergeht. Was hat sich seitdem ich Mama bin in meinem Leben geändert? So einiges. Ich versuche es mal in Worte zu fassen.

SCHLAFEN. Eine der größten Veränderungen in meinem Leben ist wohl, dass ich heute egal wie viel Schlaf ich hatte oder nicht hatte, ich immer funktionieren kann (muss!). Als ich noch kinderlos war habe ich gerne am Wochenende lange geschlafen, alles an Schlaf reingeholt was in der vorigen Arbeitswoche nicht möglich war. Und wenn ich am Wochenende mal nicht ausschlafen konnte, hat mich ein Gefühl der Müdigkeit die gesamte Woche begleitet. Heute, bald ein Jahr nach der Geburt meiner Tochter, kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal acht Stunden am Stück geschlafen habe. Wenn Zoe schlaft, dann geht die Arbeit für mich erst so richtig los. Trotz einem ständigen Gefühl der Müdigkeit fühle ich mich fit, jeden Tag. Auch wenn ich dazu einige Tassen Kaffe und etwas mehr Concealer mehr brauche wie vor dem Baby.

WIR. Gleich nachdem meine Zoe geboren wurde, hat sich etwas sehr Wesentliches verändert. Aus dem ‚Ich‘ von vorher wurde ein ‚Wir‘. Mein Tag war nicht mehr nach meinen Bedürfnissen geregelt, sondern nach denen des Babys. Jetzt gehe auch nicht nur ich auf die Toilette, sondern WIR gehen auf die Toilette. Jede Mama weiß von was ich rede. Trotz eines ständigen Wir-Gefühls bin ich meiner Person treu geblieben und habe auch versucht mir manchmal Zeit für mich alleine zu nehmen. Das ist für jede Mama einfach unheimlich wichtig, so schön die Zeit auch ist mit der kleinen Begleiterin und Beobachterin.

AUSGEHEN. Das fällt jetzt flach, die meiste Zeit zumindest. Doch auch in diesem Jahr habe ich es manchmal geschafft am Abend alleine ins Kino oder etwas trinken zu gehen. Ich glaube das funktioniert bei jeder Mama, die es auch will. Denn auch der Papa hat wahnsinnig gute Fähigkeiten das Baby ins Bett zu bringen und Zuhause zu bleiben.

AUSGEHEN ZU ZWEIT. Diese Zeiten werden leider spärlich. Die meisten Aktivitäten haben wir tagsüber gemacht und da konnten wir auch unsere Tochter mitnehmen. Kinobesuche mit meinem Mann waren etwas ganz besonderes, auch heute noch. Alleine am Abend Essen zu gehen, ohne das jemand mitessen will. Ein Lob gilt hier meiner Mama, die unglaublich gerne Zeit mit ihrer Enkelin verbringt und meinen Mann und mir somit des öfteren eine kinderlose Auszeit verschafft hat.

PARTNERSCHAFT. Von vielen Seiten heißt es immer, dass sich einiges in der Partnerschaft verändert, sobald ein Baby da ist. Das kann ich nicht bestätigen. Ich glaube sogar die Beziehung zu meinem Mann hat sich sogar intensiviert, seitdem wir Eltern sind. Man nützt die Zeit einfach viel mehr, weil sie kostbarer wird und einfach viel zu kurz ist. Man hat auch zusätzlich eine neue Gemeinsamkeit, nämlich das Baby. Eine gemeinsame Verantwortung. Eine gemeinsame Liebe für etwas so Winziges und Süßes. Gemeinsame Erlebnisse mit und ohne Baby. Gemeinsame Geschichten. Ein ganz neues ‚Wir‘, das über allem anderen steht.

ZEIT. Die verfliegt, und das im Nu. Auch wenn es manchmal auch faule Tage bei uns gibt, langweilig wird es nie. Es gibt viel zu viel zu tun, viel zu viele Besuche, die wir am liebsten alle heute noch machen würden, viel zu viel zu entdecken, und einfach viel zu wenig Zeit. Seitdem ich Mama bin weiß ich meine Zeit einzuteilen, damit ja nichts davon verschwendet wird. Zeit ist ein unglaubliches Gut. Und vor allem, seitdem ich wieder arbeite.

FREUNDE. Meine Freunde haben sich unglaublich mit uns über unseren Zuwachs gefreut. Auch jetzt besuchen sie Zoe gerne um zu sehen, wie sie größer und größer wird und was sie schon alles kann. Das macht mich natürlich auch stolz, auch wenn ich meine kinderlosen Freundinnen nicht immer mit Babykram nerven will. Das spare ich mir lieber für die Freundinnen mit Kind auf. Ich habe durch Zoe auch zwei neue liebe Freundinnen dazugewonnen, auch mit Baby und das noch dazu im gleichen Alter. Der Kaffeetratsch ist dann zusätzlich auch gleich eine Spielerunde und etwas Abwechslung, weil sich die Kiddies fast alleine beschäftigen. Und Zoe genießt diese Zeit auch immer unglaublich, wenn ein anderes Kind anwesend ist.

SPONTANITÄT. Gibt’s eigentlich nicht mehr, wenn dann nur mit mindestens einer Stunde Vorlauf und gekoppelt mit innerlichem Stress. Dabei kann es passieren, dass ich meine Geldbörse zuhause vergesse, oder meinen Schlüssel oder mein Handy. Irgendetwas von meinen Sachen natürlich. Zoe’s Sachen sind meistens alle in die Tasche gepackt, angefangen von Windeln bis Wechselgewand, bis Essen und Trinken und Bärli und und und. Das ich dabei meine Sachen vergesse, wen wundert’s.

REISEN. Mit Zoe ist so ziemlich alles eine kleine Reise. Sogar beim Babyschwimmkurs war ich aufgepackt als würden wir dort übernachten. Auch der Fall wenn wir ins Einkaufszentrum fahren. Eine echte Reise haben wir mit Zoe bis jetzt eine gemacht, und zwar waren wir eine Woche in Wien. Es war kaum zu glauben, dass noch Platz für uns im Auto geblieben ist. Aber es war wunderbar, Zoe war dort genauso wie zuhause, kein Fremdeln oder sonstiges. Sie hat unsere Tagesausflüge genauso genossen wie wir.

Ich glaube ich könnte noch ewig so weiter schreiben, denn alles hat sich in gewisser Hinsicht geändert. Aber all das ist ganz normal. Es ist normal für mich, dass ich nicht wie früher spontan ausgehen kann, dass ich nicht mal ’schnell‘ einkaufen gehen kann, dass ich mein Essen jetzt immer teilen muss, dass es jeden Tag ungewiss ist ob ich nachts einen zusätztlichen Bettgenossen haben werden, ungewiss wie viel ich tatsächlich schlafen kann, dass die Hausarbeit zu kurz kommt, der Wäscheberg eigentlich immer übergeht, dass Zoe bei Familie und Freunden Gesprächsthema Nummer eins ist und ich nicht, dass ich weniger Geld für mich ausgebe und lieber noch einen süßen Pyjama für Zoe kaufe, und und und. Unendliche Geschichten könnte ich erzählen. Doch genau diese Veränderungen sind es die mein Leben bereichert haben und die ich nicht mehr missen möchte, zusammen mit meiner Tochter. Und ich glaube jede Mama kann mir hier zustimmen. Denn ein Leben ohne Kind, dass kann sich sowieso keiner mehr vorstellen, ganz egal wie hart die Zeiten sein können. Alles eine Frage der Einstellung 😉

Diese Erfahrungen möchte ich auch gerne mit der tollen Bloggerin Rubbelmama und Euch, liebe ‚bald-Mamis‘, auf

http://rubbelbatz.de/blogparade-wenn-ich-das-vor-dem-ersten-kind-gewusst-haette/#comments

teilen. Damit ihr wisst, was Euch so alles erwartet 😉

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4 Gedanken zu “Resümee: alles ist anders, oder doch nicht?

  1. Rubbelmama schreibt:

    Schön zusammengefasst – ein Leben ohne Kind käme einem plötzlich total nichtssagend und leer vor, dem kann ich nur zustimmen.
    Insgesamt merkt man an deinem Beitrag, dass du es sehr genießt mit deiner kleinen Maus, das ist schön zu lesen!
    Danke für diesen schönen Beitrag zur Blogparade!

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Gefällt 1 Person

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