Der Plan vom Plan

Kennt ihr das? Man hätte unzählige Dinge zu erledigen, die To Do – Liste gefühlt elendslang. Das Kind ist endlich im Bett. Jetzt wäre die passende Zeit loszustarten. Noch schnell einen Kaffee machen, kurz Instagram oder das Fernsehprogramm checken. Und plötzlich ist es zehn Uhr abends, nichts wurde erledigt. Und um diese Zeit ist es dann auch schon zu spät um anzufangen. Mir ging es die letzten Tage so.

„Ruhepausen braucht ein Mensch eben!“, so meine Mutter zu dem Dilemma, das ich ihr heute geschildert habe. Auch mein Mann hat stets ähnliche Worte für mich. Die beiden haben nicht unrecht, doch wer erledigt all den Kram? Die Liste wird immer länger, das Gewissen immer schlechter. Und ist dann wirklich unüberschaubar viel zu tun, dann habe ich sowieso keine Lust mehr. Schon gar nicht in den wenigen Abendstunden, die mir bleiben, wenn die Maus schläft. Ewig kann ich nicht wachbleiben, denn der morgige Tag startet zwischen sechs und halb sieben. Und die Schlafpause in der Nacht bleibt mir leider auch noch nicht erspart. Und ja, tagsüber sollte ich zu hundert Prozent einsatzfähig sein, ob in der Arbeit oder Zuhause. Aber genug vom Jammern.

Normalerweise habe ich einen genauen Plan was am Abend nach dem Schlafen gehen von Zoe noch erledigt werden muss. Diesen Plan beginne ich meistens bereits nach meinem Kaffee umzusetzen. Das Tagesgeschehen in der Wohnung aufräumen, Wäsche aufhängen oder Waschmaschine beladen, Zeug für morgen herrichten, sei es für die Arbeit oder eben dann was Zoe auswärts braucht. Blog auf Vordermann bringen, in der Mama-Community schmöckern, eventuell vorkochen. Natürlich nicht alles an einem Abend. Dann ruft kurzerhand eine Freundin an, Maniküre oder Pediküre wären doch notwendiger als die Wäsche, Fitness würde meinen Geist und meine Seele beleben oder einfach Zoe meldet sich in 15 Minuten-Abständen. Der ganze Plan umsonst. Morgen dann, da teile ich’s mir besser ein. Denkste. Beim Einkaufen mit Zoe habe ich ein neues Buch ergattert. Doch wann lesen? Am besten gleich abends! Die Wäsche kann doch wohl noch einen Tag länger warten. Der Berg quillt sowieso bereits über. Mann oh Mann! Ach ja, da war ja noch das Fenster, das ich streichen wollte. Und das Nachtischchen, dass ich ebenso farblich den weißen Möbeln anpassen wollte. Und die Entwürfeliste auf meinem Blog, die von Tag zu Tag länger werden. Aber was soll’s, morgen dann. Die Ruhepausen, die soll man schließlich einhalten, so meine Mutter. Und Mütter haben eben recht, seitdem ich eine bin weiß ich das auch. Und außerdem schaut mein Buch wesentlich ansehnlicher und gemütlicher aus als der Wäscheberg. Und vorkochen macht heutzutage eh niemand mehr. Morgen dann.

 

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3 Gedanken zu “Der Plan vom Plan

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