Sparen mit Kind

Jede Mama kennt das: man ist im Supermarkt, das Kind sitzt im Einkaufswagen, beobachtet alles ganz genau, was den Weg vom Regal in den Wagen findet. Eigentlich ganz brav. Dann noch ein leckeres Stück Brötchen und das Kind beobachtet zufrieden weiter. Ist Mama schnell genug dann verläuft alles ohne jegliche Probleme. Schwupps sitzt man mit Kind und voller Einkaufstasche wieder im Auto zurück nach Hause. Ist man aber nicht schnell genug oder muss vielleicht in mehrere Geschäfte hintereinander, dann könnte folgendes Szenario eintreten: Kind hat keine Lust mehr, wirft das Brötchen auf den Boden, vom Festhalten im Einkaufswagen keine Spur mehr. Es beginnt zu schimpfen, manchmal zu weinen, und wenn nichts mehr geht dann fliegen Nudeln und Co. einfach wieder aus dem Einkaufswagen raus. Keine Lust mehr, Mama! Was also tun? Es gibt mehrere Möglichkeiten, keine davon hat eine 100-prozentige Erfolgsquote. Denn darüber entscheidet das Kind selbst.

Variante 1: So tun als wäre alles gar nicht so schlimm. „Gleich sind wir fertig, iss noch ein Keksi. Du musst noch sitzenbleiben.“ Augen zu und durch, auch wenn es sehr anstrengend sein kann.

Variante 2: Das Kind aus dem Einkaufswagen rausnehmen und tragen. Bei meiner Tochter hört das Geschimpfe dann sofort auf und sie ist wieder gut drauf. Doch spätestens an der Kassa muss sie wieder in den Einkaufswagen zurück und dann ist die Laune meist noch viel schlimmer als vorher. Mama hat eben nur zwei Hände.

Variante 3: Das Kind selbst gehen lassen. Ich kann nur für meine Tochter sprechen: diese Variante funktioniert bei uns nicht! Geschimpfe hört zwar auf, das Einkaufen jedoch auch. Gänge rauf und runter laufen, irgendwelche Produkte aus dem Regal werfen, verstecken spielen, alles dabei. Und alles kontraproduktiv beim Einkaufen.

Variante 4: Dem Kind etwas zum Spielen geben. Gerne fällt das auch auf den Boden, aber manchmal hilft’s. Kein Spielzeug dabei? Dann einfach eine Kekspackung, die schön knistert beim Anfassen. Nur nichts teures, denn zu 99 Prozent muss Mama diesen Artikel schlussendlich kaufen.

Variante 5: Zu zweit einkaufen gehen: den Papa oder die Oma mitbringen, das macht nicht nur dem Kind Spaß, sondern auch der Mama. Denn die kann so in Ruhe alles besorgen, ohne ununterbrochen das Kind unterhalten zu müssen.

Auch ein Ausflug ins Einkaufszentrum oder ins Möbelhaus kann eine Challenge sein. Alles halb so wild, wenn man zu zweit ist. Einer schaut auf das Kind, der andere kann schmöckern und einkaufen. Von einem Alleingang kann ich nur abraten. Zoe und ich waren letzten Freitag alleine bei IKEA. Ich wollte einiges besorgen, angefangen von Vorhängen bis hin zu Teppich und Polsterüberzüge. Nach gut 15 Minuten hatte die Madame jedoch keine Lust mehr auf Sitzen und Beobachten, sie wollte raus. In einer Millisekunde war sie auch sofort weg, rannte nicht neben mir, sondern im Gang parallel von mir auf und ab. Natürlich, sie fand’s lustig. Ich anfangs auch. Doch ab diesem Zeitpunkt war ich nur noch damit beschäftigt mein Kind zu verfolgen und wieder „einzufangen“. Sätze wie „Zoe, bitte bleib hier! „Bitte geh neben mir!“ „Bitte gib‘ mir die Hand!“ konnte ich mir schlichtweg sparen. Im Endeffekt sind wir im Restaurant in der Spieleecke gelandet, Zoe hatte dort die Zeit ihres Lebens beim Kochen und Spielen mit den anderen Kids. Im Einkaufswagen waren neuen Polsterüberzüge, unsere gemeinsame Ausbeute des Tages.

Auch zum Schuhe kaufen wollte ich Zoe mitnehmen. Alles halb so wild, im Schuhgeschäft kann sie ja auf und ab laufen während ich probiere. Naja, fast. Wäre da nur nicht die elektrische Eingangstüre mit Bewegungsmelder. So habe ich binnen fünf Minuten vier Paar Schuhe probiert, mit schimpfenden und strampelnden Kind am Arm. Von der Verkäuferin gab’s einen Luftballon, in der Hoffnung, dass sie mit mir doch einen Umsatz machen kann. Naja, Luftballon genommen, eine Millisekunde inspiziert und weg war meine Tochter. Sparmeister eben, denn der Geldbörse tat’s gut. Sämtliche Spieleecken können da nicht helfen.

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