Wenn die Kinderbetreuung krank wird

Als Mama muss man stets für alle möglichen Situationen gewappnet sein, sei es tagsüber oder in der Nacht. Befindlichkeiten des Kindes sind oftmals nicht vorhersehbar. Wenn man als Mama arbeiten geht, dann kann es deshalb auch sein, dass diese Befindlichkeiten die Arbeit verzögern oder gar verhindern. Der Morgen in der Früh kann mal weniger reibungslos ablaufen, das Kind wird krank, fühlt sich nicht wohl in der Kita oder bei der Tagesmutter, alles Dinge des Möglichen. Und allesamt in meinen wenigen Monaten nach dem Wiedereinstieg bereits eingetreten. Doch was auch der Fall sein kann: die Tagesmutter wird krank. Diese Situation ist bei uns am Montag eingetroffen. Und genau darauf war ich mal nicht vorbereitet.

Bereits am Freitag davor hatte mich die Tagesmutter vorgewarnt, dass es ihr nicht gut geht und sie nicht weiß, ob sie am Montag wieder fit sei. In solchen Fällen gibt es wie in Urlaubszeiten eine Vertretungstagesmutter. Doch natürlich gibt man das Kind nicht zu einer fremden Frau, nur weil sie die Vertretung wäre. Würde die Tagesmutter drei Wochen am Stück auf Urlaub gehen, wäre das wieder ein anderes Thema. Nur, dann müsste man die Dame auch vorher einige Male besuchen und sie gut kennenlernen, damit das funktioniert und sich Kind und Tagesmutter dabei wohl fühlen würden. Wieder eingewöhnen, sozusagen.

Das war für uns also kein Thema, die Vertretung. Was also tun? Neben meinem Mann und mir ist die wichtigste Bezugsperson meiner Tochter meine eigene Mutter. Weil die Oma jedoch auch Vollzeit arbeitet, konnte sie die Kinderbetreuung so kurzfristig nicht übernehmen. Ebenso der Opa. Nächste Lösung also. Die wäre den engen Verwandten- und Freundeskreis durchzuscannen. Ich muss gestehen, diese Lösung habe ich bald verworfen. Nicht, weil keine potentiellen Vertrauten unter den Personen wären – im Gegenteil. Meine Tochter hat ihren Onkel genauso lieb wie meine beste Freundin. Nur war sie mit beiden noch nie alleine. Zudem sehen wir einander auch manchmal längere Zeit nicht, weshalb ich sie nicht wirklich als Bezugspersonen meiner Tochter bezeichnen würde. Und dieses Risiko einzugehen während ich 50 km weit weg in der Arbeit bin war mir dann doch zu anstrengend. Natürlich hätte meine Tochter Spaß mit ihnen, keine Frage. Doch spätestens, wenn die Müdigkeit einbricht, würde die Stimmung kippen. Das Mittagsschläfchen ist ja nicht unbedingt ihre Lieblingsbeschäftigung. Und ohne Ruhepause funktioniert der Tag mit einem einjährigen Kind eben auch nicht. Genau an diesem Punkt würde ich weder meinem Bruder/meiner Freundin eine Freude bereiten, noch meiner Tochter.

Wenn man als Mama arbeitet hat man den Anspruch auf Pflegeurlaub, jedoch nur, wenn das Kind krank ist. Krankmeldung des Arztes wird deshalb bereits ab dem ersten Tag der Inanspruchnahme des Pflegeurlaubes von der Arbeitsstelle eingefordert. Pflegeurlaub ist in Österreich begrenzt auf maximal zwei Wochen im Jahr. Was viele oft nicht wissen: sogar wenn der Partner krank ist, dürfte man sich Pflegeurlaub nehmen. Einzige Voraussetzung: es muss eine Person aus dem selben Haushalt sein.

Was aber, wenn die Kinderbetreuung krank wird? Dafür gibt es natürlich keine spezielle Arbeitsfreistellung. Denn für die Kinderbetreuung muss von vorne herein gesorgt sein. Homeoffice wäre eine Möglichkeit. Doch wäre das in meinem Fall kein Arbeiten während das Kind daneben brav spielt. Eher während das Kind daneben wütet, weil es den Laptop nicht selber bedienen darf. Also blieb‘ mir nicht anderes übrig als mir einen Tag Urlaub zu nehmen. Doch bei dem wunderbaren Frühlingswetter am Montag und dem riesen Spaß im Garten hatte ich die Gedanken an die Arbeit und meine To Do’s dann auch ganz schnell vergessen. Und meine Tochter hat unseren gemeinsamen Tag auch mehr als genossen.

 

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