Das Phänomen „Mama-Kind“ aus Kindersicht erklärt

Liebe Mami’s da draußen,

das Phänomen „Mama-Kind“ ist nicht von weit her. Und eigentlich ganz normal, wenn man uns Kinder versteht. Ich versuche Euch das nun mal aus meiner Sicht zu erklären:

Seitdem ich denken kann ist die Mama an meiner Seite, Tag ein, Tag aus. Auch, wenn ich viele kurze Unterbrechungen verschmerzen musste, die sich für mich allerdings wie eine Ewigkeit anfühlten. Auch der Papa, der ist da. Aber eben nicht rund um die Uhr und nicht so wie die Mama. Der Papa, der ist bald mal wieder zur Arbeit gegangen. Mama und ich haben in der Zeit ganz viele Sachen gemeinsam erlebt und lieben lernen dürfen. Gemeinsames sauber machen, spazieren, einkaufen, Freunde besuchen, Arztbesuche, überall war ich mit dabei. Und bin ich auch heute noch. Die Mama, die mag das eben. Und ich auch. Seitdem ich denken kann treten die Mama und ich gemeinsam auf, als eine Einheit. Auch wenn ich mittlerweile verstehe, dass ich ein eigenes kleines Menschlein bin, mit Armen und Beinen, ganz genauso wie die Mama. Nur eben kleiner. Die Mama hat Zehen, ich habe Zehen. So in etwa. Die Mama kocht, ich kann nicht mitkochen. Das verstehe ich schon. Ich spiele dann eben neben ihr. Wir sind zwei Personen, die aber immer noch gerne rund um die Uhr zusammen sind. Ich entdecke mittlerweile auch schon ganz alleine, was sich im Zimmer befindet oder auch wie ich es benutzen kann. Ich versuche es zumindest. Auch, wenn die Mama nebenan kocht. Mit dem Nachschauen, was der andere tut, da wechseln wir uns ab: mal kommt die Mama schauen, mal ich. Und mal bin ich mir dann doch nicht mehr so sicher, ob die Mama noch da ist. Dann bekomme ich Angst und weine und nur die Mama kann mich auffangen. Am sichersten ist es eben doch mit ihr.

Auch in der Nacht ist das so. Wenn ich wach werde, dann bin ich mir nicht sofort im Klaren, ob die Mama da ist oder nicht. Wie denn auch, wenn es so dunkel ist? Dann hilft  nur weinen und nach der „Mama rufen“. Und nach diesem Schock hilft nur das Weiterschlafen im Familienbett, denn da ist die doppelte Sicherheit vorhanden, auch wenn ich mal weine. Inmitten meiner Eltern brauche ich keine Angst zu haben.

Die Mama, die hat auch ganz viel Geduld mit mir. Sei es beim Essen oder Schlafen. Beim Papa werd‘ ich gleich ganz müde, wenn er mich ins Bett bringt. Weil ich eben weiß, dass er nicht eine Ewigkeit an meinem Bettchen steht, bis ich Lust und Laune auf Schlafen habe. Mit der Mama erlebe ich so kurz vorm Schlafen noch etwas: sei es beim Geschichten zuhören, oder beim immer wieder Aufstehen und Hinlegen.

Die Mama, die kennt mich auch am besten und weiß immer, was ich brauche – fast immer zumindest. Und wenn sie es mal nicht weiß, dann fällt ihr bestimmt eine andere Ablenkung ein. Die Mama weiß, was mir gut tut – da vertraue ich einfach darauf. Denn bis jetzt wusste sie es in jeder Situation, auch wenn ich es ihr nicht immer klar zeige.

Die Mama kümmert sich vor der Arbeit um mich, ebenso nach der Arbeit. An den Abenden, in den Nächten, in den frühen Morgenstunden, an freien Tagen sowie an nicht freien Tagen. Die Mama ist immer da, auch wenn sie nicht anwesend ist. Und daran klammere ich mich. Und eben auch an sie. Denn ich will nicht, dass sie mir jemand wegnimmt oder sie mal nicht mehr da ist.

So ist das mit uns Kindern. Wir versuchen alleine zu entdecken, wollen die Mama aber doch immer dabei haben. Als Anker. Als sicherer Hafen. Wir sind Hin- und Hergerissen, weil wir wissen, dass wir ein eigenes kleines Menschlein sind, das Schritt für Schritt noch selbstständiger wird. Gestern noch von Mama die Socken angezogen bekommen, heute schon alleine geschafft. Doch die Mama bleibt die Mama, die immer gemeinsam mit uns die neu erwobenen Schritte mitverfolgt. Und, zu der wir immer wieder einen Schritt zurückgehen können, wenn wir plötzlich doch nicht mehr so weit sind.

Alles Liebe, Eure Zoe

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