Schlaf, Kindlein, schlaf! Über den Nachtschreck und andere schlafraubende Geister

Eigentlich hatten wir nie wirklich gröbere Probleme mit dem Schlafen. Eigentlich. Meine Tochter schlief mit nur drei Monaten durch, es war Luxus pur. Erholsame Nächte nach anstrengenden Tagen. Eine Belohnung sozusagen. Einschlafritual funktionierte problemlos, meistens ging es freiwillig ab ins Bettchen. Spieluhr an, ein paar Mal noch aufstehen und blödeln, dann aufgegeben und geschlafen. Freiwillig. Mit nur ein bisschen Rücken streicheln und Geschichte erzählen.

Dann kamen die ersten Zähnchen daher und alles hatte sich auf einen Schlag geändert: circa seitdem Zoe sechs Monate alt ist, braucht sie in der Nacht ihr Fläschchen. Wie gesagt, die Zähne waren  (Teil-)Schuld. Hinzu dann ihre neu erlernte Mobilität, die sie tagsüber nur ganz wenig Zeit haben ließ zum Essen. Trotz anständigem Abendessen braucht sie ihr Flaschi auch heute noch, mit 16 Monaten. Ist halt so, daran sind wir gewöhnt. Sie kann essen was sie will, ein Flaschi in der Nacht muss sein. Eben auch deshalb, weil sie es vor dem Schlafen gehen (meistens) verweigert, oder es ihren Stofftieren füttert. Manchmal geht Zoe freiwillig ins Bett, manchmal nicht. Ich habe jeden Tag eine 50/50 Chance. Aber  ich bin für alles gewappnet und halte stets durch. Heute hat’s wieder mal mit Geschichte vorlesen funktioniert.

Aktuell haben wir in der Nacht leider keine 50/50 Chance, ob es gut läuft oder nicht. Denn seit zwei Wochen läuft es nicht gut. Unruhig. Redet im Schlaf. Wälzt sich wild umher. Träumt schlecht. Aktuell zahnt sie zusätzlich, was auch dazu beiträgt. Dass sie seit Monaten nach ihrem Flaschi bei uns im Familienbett schläft, hat sich noch nicht geändert. Daran sind wir aber gewöhnt. Doch ihr unruhiges Schlafverhalten lässt meine Falten noch mehr und ihre Laune morgens (manchmal auch Mitten in der Nacht) noch schlechter werden. Plötzlich wacht sie auf und weint. Und ist ganz aufgebracht. Und dann wird sie wütend. Der Nachtschreck hat leider bei uns Einzug gefunden. Manchmal sogar mehrmals die Nacht. Auch, wenn sie ab spätestens zwei Uhr früh zwischen meinem Mann und mir schläft. In sicherer Umgebung sollte man meinen. Manchmal können wir sie schnell wieder beruhigen, indem wir ihr gut zureden und ihr den Kopf streicheln, manchmal dauert der Schreck ein paar Minuten lang. Mit Händen und Füßen wehrt sie sich, bis ich sie dann endlich hochnehmen kann.

Der Nachtschreck. Der wohl gemeinste „Besucher“ in der Nacht. Im Gegensatz zum Alptraum tritt der Nachtschreck zwischen zwei Schlafphasen auf und ist kein Traum: der Körper ist dabei wach und das Bewusstsein noch nicht. Das lässt das Kind erschreckt aufwachen oder gar hochfahren. Bei meiner Tochter äußert er sich auch mit wilden Herumschlagen mit Armen und Beinen. Und vor allem hysterischen Weinen. Sie tut mir dabei so unheimlich leid. „Pssss… Mama ist ja da, alles ist gut“ – Beruhigungsversuche dieser Art helfen wenig, vor allem im ersten Moment, schließlich ist sie nicht wach. Dennoch sage ich es ihr immer wieder, versuche sie dabei zu streicheln, sofern sie es zulässt. Hochheben funktioniert in den wenigsten Fällen. Einfach neben ihr zu sein, sie spüren zu lassen, dass sie nicht alleine ist. Und plötzlich schläft sie wieder ein als wäre nichts gewesen. Manchmal aber auch erst nach einiger Zeit und einem Fläschchen.

Was kann man aber gegen den Nachtschreck und schlechte Schlafgewohnheiten unternehmen? Ich habe danach gegoogelt und folgende Tipps gefunden:

  • Das Kind nicht übermüdet ins Bettchen bringen. Lieber eine halbe Stunde vorher, denn Übermüdung führt zu Stress und innerlicher Unruhe.
  • Das Einschlafritual so sanft und ruhig wie möglich zu gestalten. Geschichte erzählen, vorlesen, Buch schauen, vorsingen. Das Kind soll die Zeit haben runterkommen. Baden vor dem Bett gehen unterstützt den Abschalt-Modus.
  • Das Kind möglichst alleine einschlafen lassen. Dann kann es einfacher wieder einschlafen, wenn es in der Nacht wach wird.
  • Das Tagesprogramm ruhiger und stressfrei gestalten.
  • Die Ernährung des Kindes durchdenken. Ist etwas dabei, was zu Verdauungsproblemen führen kann und deshalb das Kind nachts schlecht schlafen lässt?

Obwohl ich diese Tipps auch schon immer anwende, versuche ich sie aktuell zu optimieren. Irgendetwas muss schließlich sein, was meine Tochter nachts „aufregt“. Unser Kinderarzt meinte ein Schlafverhalten dieser Art sei harmlos und ganz normal, das Kind hat eben viele Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Auch, wenn es nur einen Spaziergang und Spielplatzbesuch gab. Ich solle ihr weiterhin ihr Flaschi in der Nacht anbieten, eventuell sogar bereits, wenn sie anfängt unruhig zu werden. Schlaftrunken, nennt er ihr Verhalten. Harmlos und bestimmt wieder nur ein Phase. Hoffentlich. Denn es gibt nichts schlimmeres, als wenn einem der erholsame Schlaf verweigert wird. Und da rede ich jetzt nicht (nur) von uns Eltern, sondern vor allem von meinem Kind.

Quelle: Babycenter.de/nachtschreck und Kindergesundheit-Info.de/Schlafprobleme

 

 

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