Kunterbunt

,,Meine Eltern und ich wohnen seit dem Wochenende in einer neuen Wohnung. Die Wohnung ist neu, aber alle meine Sachen hat meine Mama mitgebracht: meine Spielsachen, meine Kleider, meine Schuhe, mein Bettchen,… alles da. Nur eben anders. In einem neuen Raum, meinem Zimmer. Bis jetzt war ich da noch gar nicht so oft, nur zum Schlafen legt mich die Mama dort hin. Und nur solange bis ich mich wieder mit ins große Bett kuschle. Anziehen, das tun wir da auch. Und wickeln. Und alles ausprobieren. Kastentüre auf, Zoe rein, Kastentüre zu. Kastentüre auf, Kleidung rausschmeißen, Kastentüre zu. Couch hochkraxeln, wieder runter. Meine Spielsachenbox ausleeren und die Spielsachen im Zimmer verteilen. Bärli darunter verstecken, bis ich ihn wieder finde. Die Heizung aufdrehen und wieder abschalten. Licht ein, Licht aus. All meine Kuscheltiere in mein Bettchen werfen. Schimpfen, wenn ich sie nicht mehr alleine raus bekomme. Und dann wieder zurück ins Regal. Beim Fenster rausschauen. Vögel beobachten. In meinem Zimmer finde ich immer etwas zu tun. Schön ist da, so bunt. Genau so wie es mir gefällt. Und wenn mir dann doch langweilig wird, dann drehe ich eben meine Runden in der restlichen Wohnung. Zu Fuß oder mit meinem Bobby Car. Verstreue meine Spielsachen, räume sie ins Regal im Wohnzimmer, oder eben doch in den Gefrierschrank. Oder in die Tupperware-Schublade in der Küche. Und, wenn die Badezimmertüre offen ist, dann landen sie auch mal in der Badewanne. So wie alles andere, das ich erwische. Und ich, ich verstecke mich dann in der Dusche. Egal ob es nass drin ist oder eben nicht. Meine Spielfläche ist riesig. Jetzt ist es viel lustiger nackt herumzuflitzen, denn die Mama hat’s viel schwerer mich einzufangen. Und viel lustiger bei meinen Eltern im Zimmer, denn da kann ich jetzt auch die Balkontüre küssen und ablecken. Und verschmieren. Und einen weiteren Kasten ausräumen, zusätzlich zum alten Kasten. Und putzen, viel mehr putzen. Am liebsten den Boden. Staubsaugen oder wischen, das ist mir egal. Ich mache beides gerne. Nur nicht, wenn ich den Blumenstock im Vorraum umwerfe. Langweilig? Nö, keineswegs. Wie auch, in unserem neuen, kunterbunten Zuhause.“

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