Woran die Nachbarn erkennen, dass wir frei haben

Meine „Arbeitswoche“ ist bereits vorbei, gestern am späten Nachmittag sind meine Tochter und ich in unser allwöchentliches, verlängertes Wochenende gestartet. Das heißt keine Bürozeiten und keine Tagesmutter mehr, nur noch Mama-und-Tochter-Kram in unendlichen Variationen – top! Die freien Tage werden von uns beiden zur Gänze genossen, was bestimmt auch an den Nachbarn nicht spurlos vorbei geht.

Schauplatz Schlafzimmer, sieben Uhr. Muxmäuschenstill, die Rollläden sind noch zu. Wir schlafen noch, alle zusammen im Familienbett. Und während wir uns noch gefühlte zwanzig Mal umdrehen, ist die Nachbarschaft bereits belebt und viele auf den Weg zur Arbeit. Herrlich, dieses Gefühl nicht um halb sechs aufstehen zu müssen.

Sind wir dann mal wach, teilen wir das der Welt mit. Rollläden auf, Fenster auf, Radio an. Während dem Frühstück machen tanzt das Kind durch die Wohnung, jagt die Katze hin und her. Es wird laut und oftmals stürmisch. Ja, wir sind wach! Guten Morgen Welt da draußen!

Fertigmachen, anziehen und rausgehen, sei es einkaufen oder spazieren – die Vormittage werden genutzt. Mit einem lauten „Määääh“ geht’s bei der Tür raus, jedem, der vorbeispaziert werden die Schafe des Nachbars gezeigt. Oder doch die kleinen Hunde des anderen Nachbars, mit denen meine Tochter ewige Zwiegespräche führt.

Spätestens zur Jausenzeit weiß die gesamte Nachbarschaft, dass wir beide heute Zuhause sind. Das frische Brötchen vom Bäcker, der nur wenige Minuten zu Fuß von uns entfernt ist, hat uns verraten. Oder die Bäckerin selbst, die sich freut, dass wir heute wieder da sind. „Darfst du heute bei der Mama daheim bleiben?“, fragen sie stets freudig meine Tochter. Ja, wir dürfen. Und das genießen wir.

Mittagsschläfchenzeit und der Nachbar mäht den Rasen. „Das Kind muss schlafen!“, rufe ich vom Fenster aus rüber. Er dachte ich wäre heute arbeiten, kommt zurück. Nein, dieses Mal eben nicht.

Am Nachmittag geht’s voller Leben und lautstark Zuhause weiter, sei es in der Wohnung oder im Garten, mit Besuch oder ohne – oder auf dem Weg zum Auto, wenn wir zu Freunden oder sonstwo hin fahren. Alles ohne Stress und gröbere Eile. So fallen auch die Small-Talk Gespräche länger aus, wenn wir jemanden vor der Haustüre zufällig über den Weg laufen. Wir sind auch nicht immer um 18 Uhr in der Wohnung zurück, damit wir pünktlich zum Schlafen gehen bereit sind. Es läuft eben einfach ruhiger und entspannter. Trotz Freizeitstress, den wir so lieben.

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