„NEIN!“ – Na dann eben nicht

Nicht umsonst stelle ich meiner eineinhalbjährigen Tochter Fragen wie „Willst du eine Banane essen?“ oder „Willst du auf den Spielplatz gehen?“. Denn sie weiß bereits ganz genau, was sie will und was nicht. Und wann sie etwas will und wann nicht. Ihr etwas zu essen aufdrängen, wenn sie es nicht will – wieso sollte ich das tun? Auch, wenn sie das Mittagessen mal nicht essen will, dann wird eben die nächste Mahlzeit üppiger ausfallen. Kann doch auch vorkommen und ist auch mal völlig legitim. Wieso sollten Kinder nicht auch „Nein“ sagen dürfen, wenn sie etwas nicht wollen?

Auch die Kleinsten unter uns haben ein Recht kundzutun, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt. Wenn die Freundin ihr Kuscheltier wegnimmt, oder wenn sie lieber selber gehen wollen anstatt im Kinderwagen zu sitzen. Schließlich lernen sie es von uns Eltern, das „Nein“ sagen, wenn sie etwas nicht wollen. Wir sind auch keine notorischen „Ja-Sager“, und das ist auch gut so. Es gehört zur Persönlichkeitsentwicklung dazu, ebenso wie die Trotzphase. Denn die Kinder sind kleine Persönlichkeiten, die mit dem Wörtchen „Nein“ bereits einen riesen Entwicklungsschritt hinter sich haben. Sie sind eigenständige kleine Wesen, und das müssen sie zeigen. Auch, wenn nicht jedes „Nein“ so gemeint ist, zumal sie vorerst das Wort verstehen lernen müssen. Wenn sie Essen verneinen können, was sie eigentlich gerne essen, dann ist das Grundverständnis des Wortes bereits vorhanden – und man kann Kinder auch nicht zu ihrem Glück zwingen. Wenn sie ihre Meinung revidieren und doch gerne das Brötchen essen wollen, dann melden sie sich schon. Nur so können sie lernen, dass ein „Nein“ Konsequenzen mit sich zieht. Und das ist auch gut so.

Ganz klar, zu allem können die Kindern nicht „nein“ sagen, doch probieren soll gelernt sein. Schlafen gehen, im Autositz festschnallen, zum Doktor fahren – nur drei Beispiele, bei denen es den Kindern leider nicht hilft, auch wenn es ihnen nicht gefällt. Doch auch das muss gelernt werden…

 

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