Die Gunst der „Me-Time“, oder: Mama hat frei

Elternschaft ist Vollzeitarbeit. 24 Stunden einsatzbereit, zu jeder Tages- und Nachtzeit, bei jedem Wetter, jeder Laune, ob in der Arbeit oder Zuhause. Wenn das Kind etwas braucht, muss man agieren – ob Mama oder Papa. Das kann manchmal ganz schön schlauchen, vor allem dann, wenn gerade nebenbei noch einiges ansteht. Deshalb brauchen wir Mamas (ja auch die Papas, doch die gönnen sich das für gewöhnlich etwas öfter) manchmal unsere „Me-Time“ – Zeit – Zeit in der wir möglichst kinderfrei sind und die nur uns gehört. Jeder der jetzt denkt, Mütter haben immer Zeit für sich wenn die Kinder schlafen, der hat selber keine Kinder und kennt die Realität nicht, denn „das bisschen Hausarbeit“ macht sich nicht von alleine, genauso wie wir Mütter nicht Essen auf Räder bestellen, oder uns die Supermarktware nach Hause geliefert wird. Oder der Wäscheberg von selber wieder frisch und schmitzfrei in die Kleiderschränke wandert. Genau deshalb habe ich mir diese „Me-Time“ in den letzten Wochen kontinuierlich öfter gegönnt als davor, denn ich brauchte sie. Und ich hatte die Möglichkeiten, sie mir zu nehmen, vor allem im Arbeitsalltag. Und das werde ich mir beihalten.

Nach der Arbeit das Kind dem Mann übergeben um einfach mal alleine beim Kaffee zu sitzen und die Post durchzuschauen, oder ein Magazin durchzublättern – ohne es mit jemanden teilen zu müssen. Oder einen „Umblätterer“ zu haben.

Alleine Einkaufen zu gehen (und damit meine ich nicht unbedingt Lebensmittel), ohne dabei mit dem kleinen Zwerg im Schlepptau Fangen spielen zu müssen.

Friseurbesuch: drei Stunden in vollkommener Ruhe durch die neuesten Klatsch- und Tratschzeitungen zu lesen, egal ob es einen interessiert oder nicht – kommenden Samstag ist es wieder so weit.

Oder abends, wenn das Kind mal vom Papa ins Bett gebracht wird und er für die Einschlafbegleitung zuständig ist, während ich meine Lieblingsserie schauen kann.

Ein Mädelsabend und Papa und Kind Zuhause lassen, auch das muss mal sein. Und dabei nicht daran denken zu müssen, dass man morgens früh aufstehen muss – im Gegenteil: abmachen, dass der Papa auch den darauffolgenden Vormittag übernimmt. Oder gleich bei der Freundin übernachten, dann kommt Papa gar nicht erst in Versuchung die Mama um Hilfe zu bitten – so habe ich es gemacht, und es hat Wunder gewirkt. Als wäre ich ein paar Tage auf Urlaub gewesen, so fühlte es sich an. Für meinen Mann übrigens auch, der einem Mama-Urlaub alleine nun mit Sicherheit nicht mehr so schnell zustimmen würde 😉

Aber meine Lieblings-Me-Time, das beste Time-out, dass ich mir zwei/dreimal die Woche gönne, und mir auch am meisten Kraft und Energie gibt, ist Laufen. Rein in die Sportschuhe und ab geht’s. Dabei den eigenen Akku wieder aufladen funktioniert immer, vor allem mit Musik am Ohr und dem Tagträumer-Kopfkino an. Und überhaupt dann, wenn Papa und Kind einen am Ende der Laufstrecke in die Arme laufen. Wann ich mir diese Zeit gönne? Wann immer es möglich ist, manchmal sogar vor der Arbeit wenn Kind und Papa noch kuschelnd schlafen. Die Energie, die einen dann durch den Tag begleitet, ist unbezahlbar. Warum ich morgens/vormittags dem Abend-Lauf vorziehe? Weil ich abends dann doch gerne da bin, wenn das Kind noch eine Sonderportion Kuscheln vor dem Schlafen gehen braucht.

Lange bin ich ohne eine solche Zeit für mich ausgekommen. Spätestens seit dem Wiedereinstieg in den Beruf gönne ich mir die Zeit ab und an, zumal ich auch den Luxus Papa gerne in Anspruch nehme. Wie Single-Mütter das machmal schaffen ist mir unbegreiflich, meinen vollsten Respekt an alle – und natürlich an dieser Stelle auch ein Hoch auf alle Omas da draußen, die auch manchmal eine „We-Time“ mit dem Partner möglich macht, denn auch das muss manchmal sein, ist aber wieder eine andere Geschichte…

Wie tankt ihr in eurer „Me-Time“ Kraft? Was macht ihr am liebsten? Ich freue mich über eure Erfahrungen…

 

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