Weil es wohl für alles ein erstes Mal geben muss

Ein paar Tage war es nun still um den Blog, zu beschäftigt war ich meiner Tochter hinterher zu laufen. Doch nicht so, wie ich es bislang gemacht habe. Dieses Mal laufe ich ihr anders hinterher, und zwar um sie immer wieder daran zu erinnern langsamer und ruhiger zu machen, nicht zu laufen, nicht zu hüpfen – und schon gar nicht sich schon wieder den Kopf zu stoßen. Den Brumm-Schädel sollte ich wohl eher sagen. Und warum das alles? Nach unzähligen Beulen und blauen Flecken hat sich meine Tochter diese Woche eine Gehirnerschütterung zugezogen. Ein Kopf stoßen der wohl härteren Art, mit Erbrechen und was so dazu gehört.

Völlig fertig mit immer noch erbrechenden Kind fielen wir also Dienstag Abend in die Notaufnahme ein. Der Doktor, der uns sofort empfang, sagte bereits in seinem ersten Satz, dass meine Tochter im Krankenhaus bleiben müsse, mindestens über Nacht. Das ist einer der Sätze, die Eltern wohl nie zu hören bekommen wollen. Unter Tränen füllte ich das Anmeldeformular aus, immer wieder zu meinem Mann sagend, dass sie hier bleiben müsse. Und sein sich sorgender Gesichtsausdruck, der mehr als tausend Worte sprach, beruhigte meine Nerven noch weniger. Es folgte eine Erstuntersuchung und ein Röntgen in der Notaufnahme, beides mit einem ängstlichen und weinenden Kind. Meinem Kind. Die Anwesenheit der „Maaamaaaaa, Maaaamaaaaaa“ konnte die Situation leider nicht besser machen, so Panik hatte die Maus. Nach einer weiteren langen Untersuchung im Kinderspital, die aufgrund der fortgeschrittenen späten Uhrzeit etwas ruhiger verlief, kamen wir in unser Zimmer. Die Maus, völlig fertig, schlief sofort neben mir im Bett ein. Und während mein Mann nach Hause fuhr um uns noch einige Sachen zu bringen, wurde sie auch bereits an den Überwachungsgeräten angeschlossen. Und so verbrachten wir auch die Nacht, dicht nebeneinander, in einem Krankenbett, inmitten eines Kabelsalats. Wenn man das überhaupt als Schlafen bezeichnen konnte. Mein Mann war in der Früh sofort da, auch völlig übermüdet. Es folgten zwei weitere Untersuchungen, jeweils von einem Ärzteteam bestehend aus fünf Personen. Ich weiß, die angehenden Ärzte müssen das auch irgendwo lernen, aber in einem Kinderspital? So leid es mir tut, aber die Kinder sind verletzt in einer fremden Umgebung und wissen nicht, was mit einem geschieht. Was kann einem 22 Monate alten Kind noch mehr Angst machen, als von fünf fremden Personen untersucht zu werden? Zwischendurch hatte die Maus dann sogar mal Appetit auf ein Frühstück und etwas im Gang zu spazieren, kurz auch den Spieleraum zu erkundschaften. Außer ihrer weinerlichen Art und der Beule war sie wieder die Alte. Kein Erbrechen, kein „Aua“ über das sie klagte. Es dauerte bis kurz vor Mittag bis sie uns sagten wir dürfen nach Hause. Meine Tochter scheine in Ordnung zu sei, bei den kleinsten Anzeichen oder weiteren Erbrechen müssten wir aber sofort wieder kommen. Und sie müsse sich unbedingt ausruhen, so gut es geht. Was zuerst als unmöglich klang, passierte dann fast wie von selbst: Die Maus war müde, von der Nacht im Krankenhaus und alles was darum passierte. Bereits am Heimweg schlief sie ein, und dann auch gleich für ein paar Stunden. Ihre andauernde Müdigkeit ließ uns die letzten Tage vermehrt knotzend auf der Wohnzimmercouch verbringen, mit Buch schauen, spielen, malen und der Eiskönigin. Beim Spazieren saß sie freiwillig im Kinderwagen, beim Einkaufen im Einkaufswagen, beides sich freuend, als wir endlich wieder Zuhause waren.Langsam, das verschwindet sie nun auch wieder, ihre Müdigkeit. So zeigt sie uns unzählige Male am Tag, wo sie Zuhause ihren Sturz hatte, fängt wieder an wie wild herum zu rennen, Betten zu hüpfen und sonstige weniger ruhige Aktion zu treiben, die sie sonst so gerne macht. „Langsamer, sonst müssen wir wieder zu den Ärzten fahren!“ half auch heute noch, mal sehen wie lange ihr das Ärzteteam noch im Gedächtnis bleibt.

Was für eine Aufregung das alles war, unwissend was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen wird. Die erste und hoffentlich vorerst letzte Verletzung dieser Art haben wir Gott sei Dank glimpflich überstanden, einmal muss es wohl das erste Mal sein. Noch mehr aufpassen, so lautet nun unsere Devise.

5 Gedanken zu “Weil es wohl für alles ein erstes Mal geben muss

  1. duese schreibt:

    Oje…. 😱
    Dass das bei uns noch nicht passiert ist, wundert mich wirklich, bei den beiden wilden Mäusen.
    Wie habt ihr die Entscheidung getroffen, ins KKH zu fahren?
    Hat sie direkt gebrochen?
    Ich tu mich da immer sehr schwer mit der Entscheidung bei im Schnitt 1 Sturz/Tag… 😬

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