KiTa – Phobie

Meine Arbeitswoche ist mit heute vorbei. Montag bis Mittwoch, Elternteilzeit, ein schönes Privileg. Was bis vor kurzem noch immer ohne Probleme funktioniert hat, stellt sich aktuell als große Herausforderung dar: die Krabbelgruppe. Es lief alles glatt, die Eingewöhnung, die Wochen danach, anfang November. Die Kinderbetreuung machte meiner Maus Spaß, die Kinder und Betreuerinnen schloß sie ins Herz. Uschi hier, Renate da, Isabella & Hanna und all die anderen lustigen und lieben Menschen vor Ort. Singen, spielen, hüpfen, davon erzählte mir die Maus stets, so auch vom Brötchen essen und gemeinsamen „heia“. Ich brachte sie vor der Arbeit hin, ein kurzes „Tschüss Mama“ und die Maus verschwand in unter schallendem Gelächter mit den anderen süßen Mäusen. Es lief alles wie am Schnürchen.

Dann kam die vergangene Woche. Bereits Montag wollte sie nicht hingehen, auch Dienstag nicht. Ein riesen Theater und flussartige Krokodilstränen später saß ich im Auto, immer mit dem Gedanken ob ich nicht doch einfach wieder rein solle. So wichtig kann Arbeit gar nicht sein. Nach anfänglichem Drama hatte sich die Maus in den Armen der Betreuerinnen schnell wieder gefangen und der restliche Kita-Tag verlief dann doch gut. Und dann kam der Krankenhausaufenthalt letzte Woche. Und über’s Wochenende noch die immer wiederkehrenden Verdauungsprobleme mit dazu. Die drei Tage Kita diese Woche, die dann im Endeffekt nur mehr eineinhalb waren, die hatten es wirklich in sich. Und ich voller Schuldgefühle, dass ich das meinem Kind überhaupt zumute.

Das ist alles nur eine Phase, höre ich von allen Seite. Natürlich ist es das, darüber bin ich mir auch im Klaren. Doch eine Phase, die ich meinem Kind gerne ersparen würde. Ängste, ohne Mama da bleiben zu müssen, Bauchweh zu bekommen, nicht schlafen zu können, keinen Hunger zu haben, mit den anderen nicht spielen zu wollen. Ihr Grundbedürfnis nicht stillen zu können, und zwar jenes nach Geborgenheit in den Armen der Eltern, sondern sie trauernd zurücklassen zu müssen, bricht mir das Herz. In solchen Momenten zweifle ich manchmal, warum ich mir das alles antue. Der Arbeit und des Geldes wegen, klar. Der Unabhängigkeit wegen, die damit einhergeht. Damit es uns an nichts mangelt. Ich liebe meinen Job. Dann denke ich wieder daran, wie zufrieden wir alle noch vor ein paar Wochen waren, und das trotz meiner Arbeit und der Krabbelgruppe. Vor dieser Phase eben. Ich bin mir sicher sie geht vorbei, und daas hoffentlich ganz schnell und ohne bleibende Schäden.

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