Hauptsache, lustig!

Ja, ich gebe es zu: so manche Tage mit Kleindkind sind dann doch recht anstrengend. Vor allem diejenigen, an denen das Kind mal wieder mehr trotzt und man als Elternteil einfach nichts recht machen kann. Ja, diese Tage gibt es. An diesen Tagen muss man tief Luft holen, denn sie gehen vorbei. Und wer dabei Nerven schonen möchte: je lustiger diverse Aktivitäten sind, umso weniger „schlimm“ werden sie vom Kind empfunden. Hier ein paar Beispiele aus unserem Alltag.

Bereits am Morgen fängt es oftmals an. Nach dem Frühstück führt der Weg ins Badezimmer. Während ich noch die Zahnpasta auf die Zahnbürste gebe fängt mein Kind an zu toben. Mit einem lauten und bestimmten „Nein!“ schlägt sie mir die Zahnbürste aus der Hand in die hinterste Ecke des Badezimmers, Krokodilstränen fließen über ihre Wangen. Nun, da ich generell keine bin, die mit ihrem Kind schimpft, versuche ich nach einer kurzen Erklärung, dass das nicht in Ordnung sei, mit etwas Spaß an die Sache ranzugehen. Wir suchen also die kleine imaginäre Spinne im Badezimmer. Und nach einer netten Begrüßung – und dem ersten Lächeln meiner Tochter – singen wir der unsichtbaren Spinne das Zahnputz-Lied vor. Mit Zahnpasta und Zahnbürste in der Hand frage ich nach ein paar Minuten „Na, probieren wir es noch mal? Zeigst du der kleinen Spinne, wie sauber deine Zähne sein können?“ Und siehe da, es funktioniert. Das Drama war vergessen, die Zähne wurden sauber.

Wir haben was vor, doch anziehen kommt aktuell nicht in Frage. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass wir nur mehr zehn Minuten Zeit haben. Das Kind weinend und schreiend anziehen und so den Ausflug starten? Um meine Nerven zu schonen entscheide ich mich doch für die lustigere Variante. „Schau mal, der Kasperl ist da!“ und setze Papa die Strumpfhose auf den Kopf. Zwei, drei lustige Grimassen und die gute Laune ist zurück. Und während der Papa dann sprichwörtlich den Kasperl macht, kann ich die Maus ohne dass es ihr auffällt anziehen. Ist der Papa nicht da, dann starte ich selber ein spontanes Entertaining-Programm. Hauptsache lustig, und der Kummer ist vergessen.

Das Essen schmeckt nicht, auch wenn es gar nicht erst gekostet wurde. Ein Klassiker. Die Gabel mit der Nudel landet auf dem Boden, der Blick ist alles andere als freundlich. „Nein!“ Und weil das Flugzeug-Spiel schon zu oft gespielt wurde, funktioniert auch das nicht mehr. „Kein Problem, die Mama isst das!“ Nach diesem Satz schaut mich meine Zweijährige verdutzt an und ist gespannt, was passiert. „Hallo Nudi!“ Und mit einem breiten Grinsen landet die Gabel in meinem Mund. „Mmmm, nochmal! Hallo Nudi!“ Strahle ich die Gabel an. Bereits jetzt beginnt meine Tochter amüsiert zu lachen. Und siehe da, nach fünf Nudeln will sie das Spiel selbst spielen.

Und das waren nur drei von unzähligen Beispielen. Fast jede Situation kann irgendwie gerettet werden, die Ideen dürfen einem nur nicht ausgehen. Klar kann auch die Kasperlvariante anstrengend sein, doch spart das Aufheitern des Kindes einiges elterlicher Energie (vor allem wenn Schimpfen keine Option ist) und schafft zudem wieder gute Laune – und ganz viel Liebe! Nicht umsonst heißt es „Ein bisschen Spaß muss sein…!“ Habt einen schönen Sonntag!

 

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