Tablet für Zweijährige

Ich weiß, die Meinungen zu diesem Thema gehen weit auseinander. Während die einen Eltern Fernseher, Tablet und Co. so lange es geht von ihrem Nachwuchs fern halten wollen, wächst unsere Zweijährige bereits seit geraumer Zeit damit auf. Das Sandmännchen im Fernsehen, täglich ein Pflichttermin, ebenso wie der Kasperl am Samstag- und Sonntagmorgen. Und sollten wir den Sandmann verpassen behelfen wir uns mit einem der Sandmännchen-Folgen auf Netflix oder dem iPad. Letzteres bevorzugt sie ungemein.

Das iPad. „Ihr überfordert sie damit.“ „Das was sie sieht kann sie mit ihren jungen Jahren noch gar nicht verarbeiten!“ Sätze wie diese habe ich bereits von einigen gehört. Ebenso wie „Das Tablet hat am Esstisch nichts verloren!“ Ich habe eine ganz klare Haltung dazu: bei uns schon! Früher hieß es auch nicht „die Tageszeitung hat am Frühstückstisch nichts zu suchen“, oder etwa doch? Mein Mann und ich genießen das Leben in der Gegenwart. Wir lesen morgens die Nachrichten am Tablet, ebenso wie der Radio via Smart TV läuft. Beides kann unsere zweijährige Tochter bereits einstellen. Und weil wir in ihrem Beisein mit Smartphone, iPad und Kamera hantieren, ist auch ihr Interesse an diesen Dingen geweckt. Wieso ihr das Ausprobieren also verweigern?

Wir schauen gemeinsam am iPad Fotos und Kindervideos, hat sie mal keine Lust darauf dann klickt sie auf den YouTube-Button und wählt eines ihrer absoluten Lieblingsvideos auf der Startseite aus. Hat sie genug davon, dann macht sie den Vollbildmodus aus und scrollt nach weiteren Videos, die ihr gefallen – alles kindertauglich. Über „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ über „Die kleine Spinne“ oder den „Fingersong“ –  sie weiß genau was sie sehen will. Ist es zu laut, macht sie es leiser. Gefällt ihr ein Lied, geht sie mit der Lautstärke hoch. Verblüffend, wie sie das macht, und das mit ihren zwei Jahren. Und mag sie mal keine Kinderlieder, dann gewiss eine Folge „Bob, die Bahn“. Ob wir sie damit überfordern? Nein, das tun wir nicht. All das macht die Maus in einem von uns begrenzten Zeitraum, ebenso unter stetiger Beobachtung, Kindermodus inklusive. Und wenn sie keine Lust mehr hat, dann schaltet sie auch gerne aus.

All das heißt nicht, dass wir deshalb weniger Kinderbücher anschauen, weniger malen oder mit den anderen Spielsachen spielen. Wir fahren weiterhin mit der Holzeisenbahn, ziehen weiterhin die Puppen an und führen sie zum Spaziergang aus.

Wir gehören einer neuen Generation von Eltern an, die ebenso technikversiert den Alltag bestreiten wie die Jungen – auch wenn unsere Kinder uns irgendwann überholen werden so wie wir es bei unseren Eltern gemacht haben. Und dennoch wollen mein Mann und ich in dieser schnelllebigen Zeit mit der Technik Schritt halten, für uns, ebenso für unsere Tochter. Wir wollen sie später unterstützen können, sei es in der Schule beim elearning (oder wie es in fünf oder zehn Jahren heißen wird), als auch beim Inskribieren an der Uni. Wir wollen den Wandel der Zeit gemeinsam gehen, mit ihr. Und Angst haben wir davor nicht.

 

 

 

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