„Ich mag aber nicht in den Kindergarten!“

„Mami, ich mag nicht in den Kindergarten!“ „Mami, nicht arbeiten fahren!“ „Mami, Zuhause bleiben!“ Sätze wie diese sind es, die sich keine berufstätige Mama am frühen Morgen wünscht. Und doch bleiben sie ab und an leider nicht aus, denn auch die Kleinsten unter uns erleben Tage, an denen sie schlecht gelaunt sind. Sind diese Sätze dann noch gekoppelt mit kullernden Krokodilstränen, womöglich auch mit einem Gestampfe, Gehaue, Jacken- und Schuhverweigerung, dann ist der Tag gelaufen, und zwar für das Kind und die Mama. Ein schreckliches Gefühl das Kind zu sehen, wie es verzweifelt versucht mit der Mama Zuhause bleiben zu können. Doch der Erfolg bleibt leider aus. Pflegeurlaub für ein Kind, das nicht in den Kindergarten gehen will, gibt es leider nicht.

Oftmals kommen diese Gefühlsausbrüche auch an den Morgen daher, an denen man es am wenigsten erwartet, weil es die vielen letzten Male immer wunderbar funktioniert hat. Und dann auch noch an den Morgen, an denen man es am wenigsten brauchen kann, weil man vielleicht zu wenig geschlafen hat, sich gerade nicht wohl fühlt in seiner Haut und es Zuhause aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen. Eine Mischung also, die anstrengender nicht sein kann, für Mama und das Kind. So oder so ähnlich war es bei uns die letzten Tage, die so also weniger erfreulich waren – was sich auch auf Arbeit und Laune ausgewirkt hat. Riesen Schuldgefühle meinerseits inklusive. Warum tue ich mir das mit dem Arbeiten noch mal an? Trotz einem Drama Zuhause konnte ich die Maus wenigstens jedes Mal ohne Tränen im Kindergarten abgeben, mit einer lieben Verabschiedung und „Tschüss-winken“ am Fenster. Wirklich kein Job dieser Welt macht diese Emotionen vergessen, wenn man sein weinendes Kind in Krabbelgruppe oder Kindergarten zurücklassen muss.

Ruhig bleiben und das Kind beruhigen. In Situationen wie diesen ist es einfach die beste Lösung, das traurige Kind in den Arm zu nehmen. Stressen oder gar schimpfen, weil man selbst schon viel zu spät dran ist, das ist da fehl am Platz, komplett.

Gemeinsam der Sache auf den Grund gehen. Warum möchte mein Kind nicht in den Kindergarten? Gibt es eine Erklärung? Wenn mehrere zaghafte Morgen hintereinander liegen, dann sollte man das hinterfragen, und zwar bei Kind und bei der Erzieherin. Oftmals steckt nur eine Trennungsangst dahinter, gekoppelt mit Müdigkeit und anderen launenbezogenen Komponenten. Wenn das Kind auf diese Frage keine Antwort parat hat, dann kann man auch einfach mit den Lieblingsspielsachen Kindergarten spielen, dann erklärt sich oft ganz schnell, ob sich das Kind wirklich wohl fühlt in der Einrichtung oder nicht. Und auch, ob Trennungsangst der eigentliche Grund ist, warum das Kind nicht in den Kindergarten gehen möchte.

Gemeinsame Schönes definieren. Nach der Arbeit gibt es Eis. Oder Kuchen. Oder Gummibärchen. Und wir gehen nach dem Kindergarten spazieren, die Oma besuchen, einkaufen, schauen jede Menge Folgen von Peppa Wutz und überhaupt und sowieso. Man versucht einfach alles um Morgen wie diese so erträglich wie nur möglich für das Kind zu machen, die Situation unter Kontrolle zu bringen und auf die erfreulichen Dinge zu lenken. Schöne Ausblicke auf die kommende freie Zeit, gemeinsame Geschichten aufleben lassen, Lieblingsspielsachen mit in den Kindergarten nehmen, Lieder trällern – es gibt so vieles, was die Stimmung wieder anheben kann. Es braucht Zeit gemeinsam einen Kompromiss zu schließen und sich zu versöhnen, damit sich beide Parteien ohne Probleme auf den Weg zur Arbeit und die Betreuungsstätte machen können.

Ist das Kind wieder gut gelaunt, sind die Schuldgefühle aber nicht ganz vergessen, man ist es schließlich selbst, die das Kind in eine so verzweifelte Situation gebracht hat. Tausende Male „Ich hab dich lieb“ und unzählige Bussis verhelfen da zwar etwas zur Abhilfe, und doch schafft es nur das Kind selbst, dass sich die Mama wieder wohl fühlt. Gott sei Dank sind die Kleinen ja überhaupt nicht nachtragend und freuen sich riesig, wenn sie endlich wieder abgeholt werden, um noch einige schöne Reststunden des Tages mit den Eltern verbringen zu können, und die Geschehnisse vom Kindergarten daheim erzählen können. 

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2 Gedanken zu “„Ich mag aber nicht in den Kindergarten!“

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