,,Und, wann kommt nun das Zweite?“

Es gibt wohl kaum eine Frage, die mir in den letzten zweieinhalb Jahren als Mama öfter gestellt wurde als die eine. Kaum machte unsere Tochter uns zur Familie, war diese Frage bereits heiß begehrt. Doch glaubt mir, auch wir als Eltern haben sie uns bereits an die tausend Mal gestellt. Doch, wann ist denn nun eigentlich der perfekte Zeitpunkt für ein zweites Kind? Die Antwort ist ganz einfach: den perfekten Zeitpunkt, den gibt es nicht, auch nicht wenn Planung die halbe Miete ist.

Zwei Kinder unter zwei Jahren. Mama und Papa sind sich also bereits ganz schnell sicher ein Geschwisterchen für Baby Nummer eins zu wollen, was sie nicht lange warten lässt es in die Tat umzusetzen. „Zwei unter zwei“ bringt nicht nur viel Stress, sondern auch viele wunderbare Stunden und Vorteile mit sich. Man ist bereits voll drin in dem Baby-Eltern-Ding, kann bereits ein Buch über schlaflose Nächte schreiben, hat nichts verlernt, das mit dem Schnuller oder Flaschi auskochen kann man sich schnell wieder angewöhnen und überhaupt steht die Babywippe noch in der Abstellkammer. Ob Maxi Cosi, Stubenwagen, Babywippe und Co. – wieso soll es noch Jahre auf eine Wiederverwendung warten, wenn es bereits da ist und Platz braucht? Mama muss nur kurz oder vielleicht sogar nicht zwischen Kind Nummer eins und Nummer zwei arbeiten gehen. Somit kann man sich vielleicht auch den riesen Schritt der Fremdbetreuung sparen. Zudem haben die Kinder nur wenig Altersunterschied und können später gemeinsam spielen. 

Zwei, drei Jahre später. Dann sind da die Eltern, die das zweite Kind nicht so schnell „nachschießen“ und noch etwas warten wollen. Denn so schön es sein muss Eltern von zwei Kleinkindern zu sein, so anstrengend muss es auch sein, genauer gesagt doppelt anstrengend, wenn auch nur für eine gewisse Zeit. So warten viele Eltern den Zeitpunkt ab bis Kind Nummer eins aus „dem Gröbsten“ raus ist um sich wieder voll und ganz einem neuen kleinen Wunder widmen zu können. Ist das Kleinkind bereits etwas selbständig, braucht keine Windeln mehr und schläft vielleicht bereits durch, dann kann das auch Vorteile bringen als ob man zwei Kinder gleichzeitig mit dem Löffel füttern muss. Auch ist nach dem Wiedereinstieg der Mama in den Beruf vielleicht schon wieder etwas Zeit vergangen um wieder ohne schlechten Gewissens in Elternzeit gehen zu können.

Und dann sind da die Eltern, die den Schritt in die Selbstständigkeit des Kindes als „Verschnaufpause“ genießen und auf den Schuleintritt des ersten Kindes warten um nochmal „loszulegen“. Man hat als Eltern bereits einiges erlebt, gelernt und verstanden, das erste Kind durch den Kindergarten begleitet und wieder mit beiden Beinen in der Berufswelt Fuß gefasst. Dem ersten Kind konnte vollste Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt werden, die es nicht mit einem Geschwisterchen teilen musste. Die „Entthronung“ des Ersten erfolgt um einiges später. Auch gibt es Familien, bei denen der „Nachzügler“ vielleicht sogar zehn Jahre oder mehr auf sich warten lässt.

Den „richtigen“ Altersunterschied gibt es de facto nicht, auch wenn zwei Kleinkinder bestimmt mehr miteinander spielen als wenn fünf Jahre zwischen den Geschwistern liegen. Auch Fünfjährige lieben ein Baby-Geschwisterchen gleich, auch wenn die gemeinsamen Interessen bereits etwas auseinander driften, was ein gemeinsames Spielen oder Lernen vom anderen jedoch nicht ausschließt. Umgekehrt kann es auch sein, dass zwei Kleinkinder-Geschwister auf Biegen und Brechen nicht gemeinsam spielen wollen. Ebenso kann das Eifersuchtsthema bei jedem Altersunterschied vorhanden sein, was von Eltern und Kindern abhängt. Kein Kind teilt gerne die Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern von heute auf morgen mit einem anderen, egal ob es zwei oder fünf Jahre alt ist.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt können nur die Eltern selber beantworten, und zwar ganz individuell. Die einen sind früher für den Schritt bereit, die anderen später. Eine Anleitung zum „richtigen“ Weg gibt es nicht, hängt das Thema doch auch von ganz vielen anderen Faktoren ab. Vielleicht wird gerade ein Haus gebaut oder ein Umzug steht bevor, oder aber Mama oder Papa haben zwischendurch eine andere Berufslaufbahn gewählt. Oder einer der beiden Partner ist noch nicht bereit dafür. Jede Familie schreibt hier ihre eigene Geschichte und genau so soll sein.

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