Ab wann ist das Kind zu krank für den Kindergarten?

Das neue Kindergartenjahr hat gestartet und passend mit dem Herbst auch das nasskalte Wetter. Neben den Kindergarten-Viren sind da auch die wetterbedingten Erkältungen, die so manchen Eltern oft bis über den Frühling hinaus Kopfzerbrechen bereiten. Der Dauerschnupfen kursiert von September bis April, denn irgendein Kind ist immer erkältet damit die Erreger schön in der Gruppe bleiben. Ein Herbst-Winter-Teufelskreis. Ab wann ist das Kind eigentlich zu krank für den Kindergarten?

Die Rotznase ist sicherlich das geringste Übel und in den kalten Jahreszeiten sogar unvermeidbar. Klar, dass man da als Elternteil nicht sofort Pflegeurlaub beantragt, denn auch diese Sonderurlaubstage sind begrenzt. Ist noch ein Husten mit im Paket, trübt das auch oft die Stimmung des Kindes, zumal die Nächte dann auch des Öfteren weniger erholsam sind. Was aber tun, wenn das Kind trotz Husten und Schnupfen gute Laune hat und fit ist, darf es so in den Kindergarten?

Diese Frage kann eigentlich nur das jeweilige Kindergartenpersonal entscheiden. Aber es liegt vor allem in der Verantwortung der Eltern einschätzen zu können wie es um den Gesundheitszustand des Kindes steht. Ist das Kind trotz Erkältung gut gelaunt und fit genug für einen Tag im Kindergarten, spricht im Grunde nichts gegen den Besuch der Einrichtung, sofern es erlaubt ist.

Was mit dem Besuch aber einher geht ist, dass das erkältete Kind seine Viren in der Gruppe verbreitet und somit anderen Kindern die Schnupfennase „anhängt“. Hier wären wir wieder beim Herbst-Winter-Teufelskreis. Das Immunsystem eines Kleinkindes ist oft noch nicht so stark um feindliche Erreger abwimmeln zu können, und dennoch kann kein Kind stets davor beschützt werden. Eine kanadische Studie hat sogar bewiesen, dass Kinder, die bereits mit zwei Jahren in einer Betreuungseinrichtung und somit immer wieder Viren ausgesetzt waren, später in der Schule weniger krank wurden. Eine fade Entschuldigung für die Mamas, deren Kind gerade von einem anderen Kind angesteckt wurde – und in Folge dessen vielleicht sogar die gesamte Familie ein paar Tage lahm legt.

Ist das Kind schlapp und brütet vielleicht sogar noch mehr aus als den halb so schlimmen Husten und Schnupfen, ist Fieber oft nicht weit. Spätestens dann gehört das Kind nach Hause damit es in elterlicher Obhut gesund werden kann. Ebenso gilt das bei schmerzhaften Infektionen (Ohren oder ähnliches) und bei ansteckenden Kinderkrankheiten (Windpocken, Scharlach, Bindehautentzündung, Magen-Darm-Virus, etc. ).

Manchmal kommt eine Erkältung und eine Verschlechterung des Kindeszustands auch sehr schnell und somit unvorhersehbar daher, dass der Pädagogin gar nichts anderes übrig bleibt als die Eltern anzurufen, damit das Kind abgeholt wird.

Zusammengefasst heißt das: Die Eltern müssen abschätzen, ob das Kind fit genug für den Kindergarten ist. Kränkelt es nur oder ist der Sohn oder die Tochter wirklich krank? Ist das Kind ohne Kräfte, trotz dass es nur eine Schnupfennase oder Husten hat, dann kann vermutet werden, dass bald ein noch schlechterer Zustand eintritt, wenn sich das Kind nicht Zuhause ausruhen kann. Hier gilt also: Besser gleich Zuhause bleiben als am Vormittag von der Pädagogin angerufen zu werden, somit bleibt dem kranken Kind auch der Stress erspart. Bei Fieber sollte komplett auf den Tag im Kindergarten verzichtet werden, auch wenn das Kind gut drauf ist. Ist das Kind trotz Halsweh, Husten oder Schnupfen fit und voller Motivation, so spricht nichts dagegen in den Kindergarten zu fahren – zumal es die Pädagogen erlauben.

6 Gedanken zu “Ab wann ist das Kind zu krank für den Kindergarten?

  1. malaika91 schreibt:

    Schon zusammengefasst. Leider scheinen die meisten Eltern in der Einrichtung in der ich arbeite das nicht zu wissen und wir können Tagtäglich Eltern hinterher telefinieren. Meistens sind es dann sogar die, die nicht Berufstätig sind und somit das Problem mit Urlaubstagen nicht haben…. :/

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    • mamavonzoe schreibt:

      Ohje, das sollte nicht sein 😦 dem Kind das Recht zum gesund werden nehmen. Ich habe auch schon gehört, dass ein Kind vor dem Kiga ein fiebersenkendes Zäpfchen bekommen hat und dann wurde es in die Einrichtung gebracht. Sag dürft ihr dem Kind eigentlich einen Hustensaft geben? Also wenn man als Mama einen einpackt und darum bittet? Oder einen Nasenspray?

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  2. Südstadtmutter schreibt:

    Manchmal ist die Grenze fließend… Wenn ich öfter im Kindergarten kleine Kinder sehe, denen der Schnupfen in zwei breiten Bahnen in den Mund fließt, frage ich mich schon, ob das sein muss… Schöne Frage, mit der man prüfen kann, ob das eigene Kind in den Kindergarten gehen soll: Möchte ich, dass mein Kind im KiGa auf solche Kinder trifft, denen es so geht wie meinem eigenen? 🙂

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  3. anabackt schreibt:

    ich komm mir vor, als schauen mich alle Mütter verachtungsvoll an. Denn, ich bin zuhause. der große geht in den Kindergarten und der kleine ist noch zuhause! tja, seit einem monat schleppt der grosse husten und schnupfen mit. kaum war er 2 tage fit im kiga- wieder husten und schnupfen. jetzt hatte er fieber und ich werde ihn bestimmt nicht in den kiga schicken. ich werde auch die pädagogin fragen ob andere kids krank sind, bevor ich ihn wieder im kiga haben will. langsam denk ich, dass die pädagoginnen mich für übermutterhaftseinwollen halten. aber ihr habt alles erwähnt und mich bestärkt dass ich nicht allein so nachdenke

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