Etwas weniger perfekt, dafür umso glücklicher

Wir haben gestern allesamt verschlafen, das kuschlige Bett und die Snooze-Funktion haben etwas dazu beigetragen. Heute morgen hat’s gut funktioniert, wir sind on time. Meinem Mann und meiner Tochter habe ich nach dem Aufstehen noch schnell für heute Mittag vorgekocht, denn die beiden dürfen heute den Valentinstag Zuhause verbringen. Was ich gekocht habe? Geschnetzeltes, am Aschermittwoch. Das habe ich doch etwas zu spät gepeilt neben Olympia schauen und mit der Maus frühstücken. Ebenso, dass ich gestern Abend noch eine Ladung Waschmaschine starten wollte. Den Anwärter für den Titel „perfekte Supermom“ kann ich somit abschreiben.

Da kommt sie gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort: die „No Mutti is perfekt“ Blogparade und parallel laufende Instagram-Challenge von den lieben Bloggermamas Anja Gänseblümchen & Sonnenschein und Judith alias Stadtmama, bei der ich einfach mitmachen muss. Warum? Weil ich es so wichtig finde, dass wir Mamas uns endlich mal verinnerlichen, dass nicht immer alles glatt laufen MUSS um den Titel „Perfekte Supermom“ abzubekommen. Pssst… ich verrate Euch was: lassen wir das „perfekt“ einfach weg, denn Supermoms sind wir nämlich sowieso alle – ebenso wie Menschen, die gute und mal weniger gute (Haushalts-)Tage haben.

„Bei denen sieht immer alles so sauber aus, die haben bestimmt eine Putzfrau!“

Nein, diesen Satz hat noch niemals jemand über meine Familie und unser Zuhause gesagt, und wird es wohl auch in Zukunft nicht. Doch bei so einigen Instamamas und ihren Familien kam mir schon oft dieser Gedanke. Wie machen die das bloß, dass immer alles auf Hochglanz poliert sauber zu sein scheint und alles am rechten Fleck liegt? Das Kind sitzt dann gerne einfach gemütlich auf der Wohnzimmercoach, im tollen Outfit und einem riesen Smile im Gesicht als wäre diese perfekte Welt das Normalste auf der Welt. Doch seien wir mal ehrlich: wir, die auch Mamas sind, wissen doch ganz genau, wie die Realität wirklich aussieht, wenn es um Haushalt, Familie und Alltag geht – oder etwa nicht?!

Weg vom Schein und hin zum Sein. Selbst wenn die Instagram-Fotoinszenierung noch so ästhetisch ist und die Herzchen im Sekundentakt einfliegen: ist eine solche Art der (inszenierten) Perfektion der Sinn und Zweck des Lebens? Oder sich selbst stets abzurackern und den Kindern hinterherzuräumen anstatt Zeit mit ihnen zu verbringen, damit das Zuhause immer zu hundert Prozent ansehnlich ist falls später doch noch ein Überraschungsbesuch vor der Tür steht?

Klar würde ich auch eine stets saubere Wohnung bevorzugen: mit Blumen am Küchentisch, die immer blühen und niemals verwelken, mit Fenster ohne Fingerabdrücke, einer Küche, die sich von selber nach dem Kochen wieder in Ausgangsordnung resetten lässt oder mit einem Kinderzimmer, in dem das Spielzeug stets sortiert im IKEA TROFAST Regal liegt – und zwar Lego zu Lego, Steckblume zu Steckblume. Stattdessen wohnen wir in unserem Chaos, unserer eigenen wohligen Ordnung, die für uns aber immer noch Struktur hat und nur manches mal, bei langer Vorbereitung den Besuch in halber Perfektion empfängt. Denn Tatsache ist: auch ich habe nur zwei Hände, und auch wenn es bewiesen ist, dass niemand Multitasking auf ein höheres Level bringt als wir Frauen, bleibt immer etwas auf halber Strecke liegen – oder wandert eben nicht zurück in die richtige Kiste, und das ist vollkommen in Ordnung. Ich bin lieber #TeamChaos als #TeamPerfekt, dafür aber mit einer riesen Portion Liebe aus der ersten Reihe meines Lebens: meiner Familie. Denn ich setze Prioritäten, und zwar ganz klar zu Gunsten von meinen Liebsten. Zeit ist kostbar, vor allem neben der Arbeit und den anderen Verpflichtungen.

Unser Zuhause lebt – und zwar durch uns alle vier, die da wohnen und werken.

Der Kater, wenn er vor Gier sein Futter aus seinem Schüsserl schmeißt und am halben Küchenboden verteilt, oder im Anschluss in seinen „närrischen fünf Minuten“ es schafft den Blumentopf runterzuschmeissen und vor lauter Schreck durch das gesamte Spielzeug der Maus in Highspeed durchrennt und aus der riesen Spielwiese im Wohnzimmer ein riesiges Schlachtfeld wird.

Der Papa, wenn er das ganze Wohnzimmer verkabelt um Musik zu machen und gemeinsam mit uns eine Band gründet. Oder er das Schlafzimmer, die Küche oder das Bad zu seinem temporären persönlichen Fitnessraum umfunktioniert.

Die Maus, die am liebsten inmitten des Geschehens spielt, zwischen den Musikinstrumenten, den Fitnessmatten oder unter meiner Yogaposé. Am liebsten mit all ihren Spielsachen gleichzeitig.

Ich, die während des Kochens noch die Partie Memory zu Ende spielt, die Yogaposé fertigbringt während ich die Wäsche in den Trockner werfe und dabei eine nasse Unterhose und drei Socken zurücklasse. Tja, so ist das eben. So BIN ICH EBEN.

Liebe vor Perfektion. Klar gibt es die Tage an denen wir alle gemeinsam mit anpacken und Zuhause für Ordnung sorgen. Oder ich bereits am Morgen vor der Arbeit das Gröbste erledige, dafür dass es kurz nach dem Heimkommen für einen kurzen Moment eine Vorzeigewohnung ist. Doch ist das wirklich wichtig? Am Ende des Tages sind es doch die gemeinsamen Jenga-Runden, die wir nach einem Kindergarten- und Arbeitstag zusammen gespielt haben, an die sich meine Tochter vor dem Schlafen gehen gerne erinnert, nicht an den Geschirrspüler und ob er bereits beim Heimkommen ein- oder ausgeräumt war. Oder an das für Instagram perfekt inszenierte Bild. Die gemeinsame Zeit ist es, die wichtig ist, der Haushalt oder der Wäscheberg braucht uns nicht so sehr, wie es unsere Kinder tun.

Niemand ist perfekt, weder die Instagram-Mutti noch sonst wer – und danach müssen wir auch nicht streben, schon gar nicht uns mit einander vergleichen. Denn am Ende eines jeden Tages zählen die echten Momente und Emotionen, die man zusammen mit der Familie erleben durfte, nicht die inszenierte Wunschvorstellung davon. Ganz egal ob die Bude Zuhause immer picobello aufgeräumt ist oder eben nicht. Oder die Unterhose, die wir heute tragen, gebügelt ist oder nicht. Oder der Mann am Aschermittwoch aus Versehen Fleisch serviert bekommt.

Wisst ihr was: meinen Liebsten ist das alles total egal, sie mögen mich so unperfekt chaotisch wie ich bin, und umgekehrt. Denn #nomuttisperfekt, keine Vollzeitmama, keine Working Mom, keine Singlemom etc. – und das ist auch gut so! Denn nichts wäre langweiliger und vor allem auch anstrengender, wenn wir es alle wären!

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#nomuttiisperfekt – das unterschreib‘ ich gerne, das perfekte Chaos trifft‘s bei mir schon eher 😅 doch nach vier Tagen Arbeit und Krabbelgruppe ja auch irgendwie legitim 😅 Mein #pictureoftheday, #ungeschminkt und #ohnefilter – nachdem ich vorhin nach dem Baden mit der Maus die Nerven weggeschmissen habe, weil sie es so lustig fand Wasser aus der Wanne zu schöpfen #shameonme Ich habe mich entschuldigt, wir haben uns vertragen und kuscheln uns nun in unseren Feierabend. Und was viel toller ist: die Maus und ich haben morgen frei und unendlich viel Zeit zum Perfektionieren unseres Chaos’ 😍 #fürmehrrealitätaufinstagram, was für eine tolle Insta-Challenge ihr da gestartet habt, liebe @gaensebluemchen_sonnenschein und @stadtmama.judith 💜😘 Einen feinen Abend euch! … .. … … .. … #mamasrocken #mamablogger_at #igersaustria #austrianblogger #instamama #instachallenge #mamaundtochter #momanddaughter #nomakeup #nofilter #happygirls #chaosgirls #likemamalikedaughter #momlife #motherhood #lebenmitkind #endlesslove

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3 Gedanken zu “Etwas weniger perfekt, dafür umso glücklicher

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