Seit Monaten befindet sich das Buch slow family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von Julia Bibbern und Nicole Schmidt bereits auf meinem Nachttisch, denn seitdem meine Maus auf der Welt ist bin ich was Bücher lesen betrifft auch eher „slow“ unterwegs. Doch das macht überhaupt nichts, denn so konnte ich das Buch langsam und intensiv Kapitel für Kapitel in mich aufsaugen und die ein oder anderen Seiten mir sogar erneut zu Gemüte führen. Gute vier Monate nach Lesebeginn später habe ich nicht nur die letzte Seite des Buches erreicht, sondern ich kann auch sagen, dass das Lesen darin von Seite 1 an in mir was bewirkt hat, was zur Optimierung unseres gesamten Familienlebens führte. Stressreduktion, in jeglichen alltäglichen Belangen. Und somit ein erfüllendes Familienleben.

Geht’s der Mama gut, geht es der ganzen Familie gut – diese Theorie bestätigt nicht nur mein Mann, sondern ebenso die Papas von Freundesfamilien. Und so ist es auch, denn ist es ja vermehrt die Mama, die oftmals neben der Doppelbelastung Arbeit und Kind noch den Alltag meistern soll: Wäscheberge und Katzenhaare beseitigen, auf den Wocheneinkauf und die gesunde Küche nicht vergessen, Arzttermine organisieren (ebenso seine eigenen) und für den Freizeitstress irgendwo Platz finden. Aja, und Buch lesen und Blog schreiben soll somit auf Mitternacht verschoben werden.

Trotz Unterstützung verfliegt also eine Woche nach der anderen, gerne auch in einem Stresslevel, das in der Folge die Laune ganz schön drückt. In all der Hektik im Alltag vergisst man so auf die wirklich wichtigen Dinge: das Familienleben selbst. Das gemeinsame Frühstück oder Abendessen, Spaziergänge ohne dabei auf die Uhr blicken zu müssen, Zeit für das Inspizieren der Natur und ihren Bewohnern, das Springen in Pfützen oder einfach einen gemeinsamen Spielenachmittag am regnerischen Sonntag. Denn genau diese wichtige Zeit ist es, die den Stresspegel nicht nur reduziert, sondern sogar vollkommen verschwinden lassen kann, wenn man sich wieder der Wichtigkeit dieser Zeit bewusst wird.

slow family ist ein Buch, das mir wieder die Augen geöffnet hat – und das obwohl ich mir natürlich über die Wichtigkeit des Familienlebens bewusst war, so wie es wahrscheinlich jeder von uns ist. Dieses erneut entfachte Bewusstsein ließ mich zwar unwichtigere Dinge schleifen oder auf den nächsten Tag schieben, doch dafür umso zufriedener und glücklicher werden. Und weil ebenso Mann und Kind von dieser stressfreieren Mama profitieren, wurde ich rundum unterstützt, und zwar bis heute. Der Haushalt wird gemeinsam erledigt, ebenso das Schlafen gehen mit unserer Tochter – das in den letzten Wochen mitunter zum schönsten Ritual des Tages geworden ist. Weniger Stress bedeutet mehr genießen, und genau das ist es was wir mit unseren Kindern und Lieben tun sollen – auch wenn die ein oder andere Ladung Waschmaschine somit auf den nächsten Tag verschoben werden muss, oder man sich den freien Tag wirklich gemeinsam frei hält.

Welche Tipps und Tricks – oder wie sie es nennen „sieben Zutaten“ – wir dabei von den Autorinnen Julia Bibbern und Nicola Schmidt bekommen? Liebe, Natur, Achtsamkeit, Gemeinschaft, Ressourcen, Wissen und Zauber. Wenn wir uns die Zeit nehmen, die uns und unserer Familie gemeinsam zusteht und eine oder mehrere dieser Zutaten hinzufügen, dann macht es nicht nur glücklich, sondern vor allem rund um zufrieden. Denn was gibt es schöneres als gemeinsam mit der Tochter den Bus zu verpassen, weil wir wieder einmal das Trödeln in der Stadt bewusst zugelassen haben, und während dem Warten zusammen Land und Leute erleben? Und wen stört es eigentlich, wenn wir den nächsten Bus nehmen müssen?

Die Beziehung hat Priorität, nicht die Hektik. Oder das man alles unter einen Hut bringen muss. Denn MÜSSEN tun wir ja schon gar nichts, auch nicht perfekt sein. Nicht als Eltern, nicht als Familie, nicht als Mama. Wenn der Fokus auf die Beziehung gelegt wird, dann werden gewisse Dinge viel einfacher, weil man sie gemeinsam durchlebt – und sich gemeinsam dabei unterstützt. Beim Einkaufen, zum Beispiel. Oder wenn man die Freunde zur Grillfeier einladet. Oder einfach gemeinsam den Haushalt schmeißt. Mit einfachen Tipps wird das den LeserInnen sofort erläutert – und man muss es einfach in die Tat umsetzen, wenn die Wichtigkeit dafür bewusst wird.

Für die Ideenlieber unter uns: das Buch bietet auch unzählige kreative und einfache Spielideen, die man mit den Kindern ausprobieren kann, sei es beim Unterhalten mit den Tieren oder beim Spielen im Freien. Es bietet Anregungen für jegliche Alltagssituationen, ob wir uns für „slow“ entscheiden oder nicht, das liegt an jedem selbst. Für die Papas, die nicht so lesebegeistert sind: mein Mann hat das Buch nicht gelesen, und doch hat er von meiner Aura und den einfachen slow-Tipps, die ich mit ihm geteilt habe, ebenso profitiert wie ich. Und so auch unsere Tochter.

slow-down-faster-tipp: Wenn ihr die Kinder heute Abend ins Bett bringt, stellt euch vor, für morgen wäre eine Naturkatastrophe angekündigt. Oder das Ende der Welt. Was würde es in euch verändern? Wie würde sich diese alltägliche Situation dann anfühlen? Die Wahrheit ist: Jeder Tag ist der erste vom Rest unseres Lebens. Wenn uns das bewusst wird, haben wir plötzlich unendlich viel Zeit – für diesen einen Moment. (Dibbern/Schmidt: slow family. Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern, BELTZ Verlag 2016, Seite 185

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slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern, von Julia Bibbern und Nicola Schmidt. Beltz Verlag 2016

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Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (29) über das Kinderglück mit meiner dreijährigen Tochter, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

5 Antworten auf „Wie „slow family“ meine Familie bereichert hat

  1. „Und wen stört es eigentlich, wenn wir den nächsten Bus nehmen müssen?“
    😀 Das KANN nur von Stadtmenschen kommen 😉
    Auf dem Dorf oder in der Kleinstadt undenkbar.

    Gefällt 1 Person

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