Kochen für Kids

Nicole Stroschein von das-elternhandbuch.de hat zur Blogparade aufgerufen, und zwar zu einem Thema, das uns Eltern wohl alle tagtäglich Schweißperlen ins Gesicht treibt: Kochen für Kinder.

Da mache ich mit, ist doch klar, auch wenn ich die Schweißperlen nicht vom aufwändigen Hackbraten oder den schmackhaften Gemüsenudeln habe. Ginge es nämlich nach meiner bald dreijährigen Tochter bräuchte ich im Alltag weder Pfannen noch Töpfe, denn auf die Frage „Was magst du denn essen, Maus?“ gibt es aktuell stets die selbe Antwort: „Nutellabrot!“ Tja.

Das Thema Mahlzeiten war für uns in Beikostzeiten eigentlich ganz easy peasy. Egal welches Gemüse püriert wurde, mit oder ohne Nudeln/Reis, es hat geschmeckt. Ebenso eine schmackhafte, wenn auch ungewürzte Spaghetti Bolognese. Manchmal kam auch das Hühnchen dazu, dann der Fisch, Risotto, zwischendurch mal leckere Eintöpfe. Auf was wir Eltern Lust und Laune hatten, davon bekam die Maus die pürierte ungewürzte Version – und es hat geschmeckt. Sogar Spinat mit Kartoffeln war einst eine Mahlzeit, die meine Tochter locker lässig mit einem breiten Lächeln im Gesicht selbst mit dem Löffel zu sich nahm. Heute, gut eineinhalb Jahre später sieht die Gourmet-Welt in unserer Familie komplett anders aus.

Für gewöhnlich frühstücken wir morgens ausgiebig, mit Rührei, ein paar Löffel Müsli – und wie könnte es auch anders sein – mit Nutellabrot. Bis zum Mittagessen braucht die Maus meistens nicht viel: Yoghurt, Obst (Apfel, Banane, Weintrauben, Melone) oder ein Butterbrot, denn der große Hunger kommt bei ihr mittags, und damit aber auch erst die Herausforderung. Hier ein möglicher Mittags-Speiseplan, den meine Tochter mit Sicherheit gerne unterschreiben würde:

  • Montag: Nudeln, am liebsten mit Butter, aber bloß nicht mit Sauce!
  • Dienstag: Reis, am liebsten mit Butter (oder Ei), aber bloß nicht mit Sauce!
  • Mittwoch: Fleisch, am liebsten paniert und serviert mit Nudeln oder Reis, aber bloß nicht mit Sauce!
  • Donnerstag: Fisch, am liebsten paniert und serviert mit Nudeln oder Reis, aber bloß nicht mit Sauce!
  • Freitag: Spätzle, am liebsten mit Butter (oder Ei), aber bloß nicht mit Sauce!
  • Samstag: Selbstgemachte Pizza, aber ohne alles (ja, sogar ohne Tomatensauce!)
  • Sonntag: Hühnerschnitzerl mit Reis, serviert mit Nudeln oder Reis, aber bloß nicht mit Kartoffeln!

Eine Auswahl, die selbst die Kindermenü-Karte im Restaurant umfangreich aussehen lässt. Weiche ich auch nur ansatzweiße vom Speiseplan ab so kann es kommen, dass meine Tochter nur die Beilage isst, wenn diese auch rein (ohne Sauce, irgendeinem Gewürz oder Kräuterchen) und vor allem, ihr bekannt ist. Probiert wird sowieso nur das, was sie kennt, eine Ausnahme wird da nur bei Süßspeisen gemacht.

Alles Grüne im Essen lässt sofort die Alarmglocken läuten, so auch jedes noch so farbenfrohe Gemüse. Ohne es zu probieren ist da gleich mal ein „Wäh“ oder „grausig“ zu hören und das Essen wird bis es kalt ist auseinandergenommen. Ganz egal wie lange es dauert, Hauptsache alle Spuren von Gemüse oder der Zwiebel wurden entfernt. Eine Gemüsesuppe wird komplett abgelehnt wie alle anderen Cremesuppen. 

Was immer geht und deshalb auch abends ein Klassiker bei uns ist: Klare Suppen mit Einlage, sei es Nudeln, Griesnockerl oder am liebsten Fritatten, eine Brotjause mit Schinken, Würstel oder Pfannkuchen.

Wie es meiner Tochter mit dem Mittagessen in der Krippe geht? Interessanterweise sehr gut, denn da isst sie so ziemlich alles. Das lässt mich auch von Montag bis Mittwoch durchatmen, denn da muss ich mir wenigstens um das Mittagessen keine Gedanken machen (außer wenn Gulasch auf dem Speiseplan steht).

Tja, das Ding mit dem Essen ist aktuell ein leidiges Thema, auch wenn ich die Maus in das Kochen miteinbeziehe und mich unterstützen lasse wo es nur geht. Und doch höre ich nicht damit auf ihr alles anzubieten, in der Hoffnung, dass irgendwann auch wieder alles so schmeckt, wie es vorher getan hat. Wer weiß, vielleicht steht ja schon bald wieder die Lasagne mit auf dem Speiseplan – wenn dann aber bitte mit Sauce 😉

Wollt ihr auch eure Erfahrungen teilen oder weitere Beiträge zu dem Thema „Kochen für Kids“ lesen, hier geht’s zur Blogparade. Das Elternhandbuch: Blogparade „Kochen für Kids“

 

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Selbstbestimmte Kleiderauswahl

„Nein Mama, ich will das nicht anziehen!“ oder „Das gefällt mir gar nicht, ich will lieber das!“ sind Sätze, die bereits meine zweieinhalbjährige Tochter drauf hat, wo sie sicherlich kein Einzelfall ist. Jeder Charakter braucht natürlich auch die passenden Klamotten dazu um einen starken Auftritt im Alltag hinzulegen, sei es immer wieder dasselbe Lieblingskleid oder die Socken über der Hose zu tragen. Warum die Kleinen morgens bei der Kleidungswahl so gerne mitbestimmen hat diverse Gründe. Folgende habe ich durch meine Tochter beobachtet.

  • Dass die Kleinen in ihren jungen Jahren bereits über Modebewusstsein verfügen, das wage ich zu bezweifeln – überhaupt bei Zweijährigen 😉 Doch viel mehr wissen sie ganz genau, was ihnen gefällt, vor allem bei der Farbgebung der Klamotten. So kann es durchaus vorkommen, dass sich die Tochter am liebsten für die pinken Shirts und Pullover als für die weißen entscheidet. Wer liebt es denn auch nicht seine Lieblingsfarbe den ganzen Tag lang zu tragen?
  • „Die Hose mag ich nicht, weil…“ Nicht nur die Farbe könnte eine Rolle spielen, sondern vielleicht auch unangenehme Erlebnisse mit genau diesem Kleidungsstück. Engt die Hose ein oder ist nicht so bequem wie eine normale Leggings, mag das Kind sie verständlicherweise nicht tragen. Oder aber es erinnert sich an eine andere Situation mit genau dieser Hose. Mein Kind wollte einmal eine Hose partout nicht mehr anziehen, weil sie vor einiger Zeit noch versehentlich darin hinein gemacht hat – uns das ist ihr im Gedächtnis geblieben.
  • Oft habe ich gehört, dass das Makerl (Etikette) kratzt, oder auch der Reisverschluss einer Jacke. Genau diese möchte sie dann auch nicht tragen. Die Makerl kann man ja entfernen, doch eine Jacke ohne Reisverschluss?!
  • Kleidungsstücke, die sich Kinder nicht selber an- und ausziehen können sind oftmals auch weniger beliebt als jene, in die sie selbstständig reinschlüpfen können. Überhaupt dann, wenn sie es bereits gewohnt sind ganz viel alleine zu können.
  • Hat vielleicht jemand gesagt, dass ihm die Hose des Kindes nicht gefällt? Diesen Fehler hat einmal der Papa bei den Schuhen gemacht, danach blieben sie auf weiteres unberührt im Schuhkasten. Leider funktioniert es andersrum nicht immer, auch wenn noch so oft gesagt wird wie „cool“ die neue Hose oder die neue warme Jacke denn wäre.

Einen Grund warum das Kind ein bestimmtes Kleidungsstück nicht mag gibt es in den meisten Fällen, und wenn nur die Farbe nicht gefällt. Doch das ist alles ganz normal, die selbstbestimmte Kleidungswahl ist nur noch ein weiteres Zeichen, dass das Kind selbstbewusster wird, seinen Charakter entwickelt und selbstständig entscheiden möchte – und das kann man ihm ja auch nicht verübeln, denn wir lassen uns ja auch nicht vorschreiben, was wir anziehen müssen.

Bei uns Zuhause wird meine Tochter bei der Kleiderauswahl miteinbezogen. Zwar frage ich nicht bei jedem Pyjama, ob sie den heute zum Schlafen gehen tragen möchte, doch stehen wir in der Kinderabteilung im Kleidungsgeschäft mache ich das auf jeden Fall. Und wenn sie morgens ein Shirt nicht zu einer Hose anziehen will, sondern lieber ihr Lieblingsshirt, was der Papa gekauft hat, dann ist das eben so. Hauptsache ist doch, sie fühlt sich wohl in den Klamotten, die sie trägt.  

Was aber, wenn ein Kind die warme Jacke nicht anziehen will? Oder bei kalten Temperaturen die Mütze oder das Stirnband verweigert? Warum wir eine warme Jacke brauchen, ist einfach zu erklären, die Zeit muss man sich nur immer wieder dafür nehmen. Sollte das Kind dennoch traurig darüber sein, dass es nicht ohne Jacke rausgehen darf, hilft oft ein Kompromiss: sind wir draussen, dann muss die Jacke angezogen werden, drinnen darf das Kind selber entscheiden, was es trägt. Gibt es morgens auch immer wieder Probleme beim Anziehen, dann gilt bei uns folgende Abmachung: „Heute ziehst du das an, was ich dir aussuche, morgen das, was du dir aussuchst.“ Ich muss sagen, es funktioniert. Oder aber man dreht den Spieß mal um und lässt das Kind die Klamotten der Mama aussuchen. Das macht nicht nur riesig viel Spaß sondern hilft auch bei Anziehproblemen vor dem Kindergarten. 

Ohne Frühstück in den Kindergarten?

Das Frühstück – die wichtigste Mahlzeit des Tages! Wer hat das nicht früher von seiner Mama gelernt? Auch wenn es mittlerweile unzählige verschiedene Studien über das Frühstück oder die Essensgewohnheiten gibt ist die erste Mahlzeit des Tages ein wichtiger Energielieferant für den Körper, so auch für unsere Kleinen. Was aber, wenn das Kleinkind morgens nicht frühstücken will? Soll das Kind ohne Frühstück in den Kindergarten gebracht werden?

Diese Frage habe ich mir gestern morgen gestellt als ich mein Kind nach gut einer halben Stunde vor ihrem Brot sitzend ins Bad zum Zähne putzen gebracht habe. „Nein Mama, ich mag nichts essen!“ Rührei, Butterbrot und auch der Apfel blieb schließlich mir, Cornflakes, ja sogar eine Milchschnitte wurden ebenfalls abgelehnt. Nach nur einem Minischluck Wasser sind wir also los, ab in die Krippe – mit leerem Kinderbäuchlein. Heute morgen dasselbe. Und das, obwohl wir jeweils über eine Stunde früher wach waren und gemeinsam am Frühstückstisch saßen und das nicht-frühstücken bei uns überhaupt nicht üblich ist. Am Ende hatte ich gar keine andere Wahl, schließlich kann ich mein Kind weder zum Essen zwingen, noch deswegen die Arbeit sausen lassen.

Was also tun um seinem Kind das Frühstück wieder schmackhaft zu machen?

Noch früher aufstehen. Braucht das Kind vielleicht eine gewisse Zeit länger um wach zu werden und stressfrei das Essen genießen zu können? Dann würde sich ein früheres Aufstehen mit Sicherheit lohnen um ohne Druck ausgiebig Kräfte tanken zu können. Zudem hat man morgens länger Zeit mit seinen Liebsten. 

Überhaupt sollte morgens am Frühstückstisch keine Hektik herrschen, so auch nicht unter den Eltern. Wenn Mama oder Papa mit dem Kaffee zwischen Bad und Küche herumrennen ist klar warum dem Kind das Essen nicht schmeckt. Eine gute Atmosphäre am Frühstückstisch ist sehr wichtig. Und was spricht gegen ein eigenes Familien-Frühstücksritual?

Auch das Frühstücksangebot ist wichtig, denn schließlich soll es dem Kinderbäuchlein auch schmecken. Brötchen, Ei, Cornflakes oder etwas Obst – die wohl beliebtesten Speisen am Morgen. Und immer auch bedenken: das Auge isst mit! Da kann eine Sonne am Butterbrot ganz viel ausmachen.

Trotz allem aber gibt es auch Kinder, die morgens nach dem Aufstehen das Essen verweigern, weil sie vielleicht nachts ein Fläschchen getrunken haben, oder morgens einfach ihre Zeit brauchen um munter zu sein. Dann eben ein verspätetes Frühstück, solange das Kind isst spricht ja auch nichts dagegen.

Was ich die letzten beiden Morgen gemacht habe? Brotzeit sei Dank frühstücken die Kinder um neun Uhr vormittags gemeinsam mit der ganzen Gruppe im Kindergarten. Die bunt gefüllte Jausenbox meiner Tochter war beide Male auch komplett leer, so konnte sie sich zwar etwas verpätet, aber trotzdem für den restlichen Tag rüsten. Dennoch hoffe ich, dass das nicht-Frühstücken-wollen nicht zum Regelfall wird. Nach zweieinhalb Wochen Kindergartenfrei müssen wir eben unseren Morgen-Rhythmus wieder neu (er-)finden. Ab morgen gilt weiter: noch früher aufstehen und noch ruhiger in den Tag starten, hoffentlich dieses Mal mit Frühstück.

 

Über Stock und Stein: Zehn gute Gründe, warum wir mit unseren Kindern wandern sollten

Auch wenn der Herbst uns offiziell noch nicht ganz erreicht hat: die Wandersaison ist bereits eröffnet. Wer also in den Bergen oder nicht weit davon entfernt wohnt, dem stehen wunderbare goldene Herbsttage bevor, die besser nicht genutzt werden könnten, als sie im Freien beim Wandern zu genießen – und das am besten mit Kind und Kegel. Warum? Neben der Schönheit der Natur gibt es noch zahlreiche andere gute Gründe, warum das Wandern ein so tolles Erlebnis ist, vor allem für unsere Kleinen.

  1. Die Jahreszeiten erleben: Wandern kann man natürlich nicht nur im Herbst, sondern zu allen Jahreszeiten. Nichts ist spannender als mit einem Kleinkind die verfärbten Blätter zu bestaunen, Tannenzapfen zu sammeln, die dichten Moos-Teppiche unter den Füßen zu wissen und die bergische Pflanzenwelt zu entdecken.
  2. Es gibt wohl kaum eine Wanderung ohne tierische Begegnungen: Kühe oder Schafe auf den Almen, Grashüpfer oder andere kleine Bewohner im Wald, oder gar Spuren von Reh oder Murmeltier.
  3.  Über Stock und Steine klettern macht nicht nur jede Menge Spaß, sondern fördert auch die Körperbeherrschung und die motorische Geschicklichkeit des Kindes. Je holpriger die Wege, desto lustiger für die Kleinen. 
  4. Wenn sich zum Abkühlen der kleinen Füßchen noch ein kleiner Bach findet, dann hat der Weg den perfekt Abschluss gefunden.
  5. Kinder gehen für gewöhnlich gerne voraus, was die Orientierung der Kleinen schult: wo geht der Weg lang? Waren wir vorher schon hier? Wo geht es wieder zurück? Wer denselben Weg wieder zurück nehmen muss kann sich mit den Kindern gemeinsam Orientierungshilfen überlegen: zum Beispiel farbige Tücher auf Äste verschiedener Bäume hängen, die am Rückweg wieder eingesammelt werden.
  6. Bewegung an der frischen Luft ist das „A“ und „O“ der gesunden Entwicklung eines Kindes. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, ebenso das gesamte Herz-Kreislaufsystem. Der Extrapunkt: bei der Bewegung werden auch Glückshormone freigesetzt, was für jede Menge gute Laune beim Familienausflug sorgt.
  7. Auf der Alm do gibt’s koa Sünd‘ – aber dafür eine urige Welt, einen Spielplatz und eine leckere Jause zum Kräfte tanken, die den Almbesuch für den Nachwuchs zum ganz besonderen Erlebnis machen.
  8. In Zeiten von Peppa Wutz, Caillou und Co.: das Wandern macht den Geist und die Sinne der Kinder frei, fernab von jedem Fernseher und iPad.
  9. Ob Erlebnisstrecken, Naturlehrpfaden oder Themenwanderwege: in jeder Wanderregion gibt es bereits zahlreiche angelegte Pfade für die Kleinen um ganz viel Neues entdecken zu können. Einfach beim Tourismusbüro der Region über spezielle Wanderwege für Kinder informieren. Sie können beispielsweise auch Auskunft darüber geben, ob die Wanderwege auch Kinderwagen-tauglich sind.
  10.  Ein schöner Wandertag mit unzähligen Erlebnissen neigt sich dem Ende zu. Erschöpft von all den neuen Entdeckungen, der Bewegung und der Höhenluft ist eine gute Nacht für groß und klein garantiert.

 

Mit Kleinkind zum Volksfest

Ein Sommer ohne Volksfest, da würde selbst mir etwas fehlen. Vor allem wenn das Wetter perfekt ist für einen lauen Sommerabend bei guter Gesellschaft und Musik. Doch, was tun wenn der Babysitter keine Zeit hat, weil er vielleicht sogar selbst das Fest besucht? Ganz einfach: das Kleinkind mitnehmen. So habe ich es in diesem Sommer gemacht und war drei Mal mit meiner Zweieinhalbjährigen auf der Piste – antialkoholisch natürlich. Und weil meine Freundinnen auch mit ihren Kiddies vertreten waren, sind die Abende unvergesslich geworden.

Sofern das Kind gerne unter Leute ist und weder Lautstärke noch Trubel scheut, spricht also nichts dagegen ausnahmsweise das Kind abends mitzunehmen. Hier spreche ich nicht vom lauten und überfüllten Bierzelt, wo nüchterne Personen die Minderheit sind – nein – sondern von einem Fest unter den Sternen im netten und vielleicht sogar vertrauten Ambiente. Denn, bei jedem Straßen-Volksfest gibt es nicht nur viele Besucher, sondern auch unglaublich viel zu entdecken, was man ohne Kind vielleicht gar nicht wahrnehmen würde.

Mit Kinderaugen durch das Volksfest. „Mama, wo ist die coole Musik hin?“, meinte meine Tochter, nachdem wir eine gute halbe Stunde den drei Indianern mit ihren lustigen Feder-Kopfbedeckungen beim Panflöten spielen zugesehen haben. Ob die drei ohne mein Kind von mir so viel Aufmerksamkeit bekommen hätten, ich wage es zu bezweifeln. Und so zogen wir weiter zu diversen Straßenkünstlern und Musikern, bei denen mein Kind mehr getanzt und gesungen hat als so manch Erwachsener – mich inbegriffen. Mit auf dem Weg ihre beiden Freunde, die ebenfalls locker lässig ihren Moves freien Lauf ließen. Nicht zu vergessen der Kinderbereich, der je nach Fest für jede Menge Spaß bei den Kleinen sorgte: Hüpfburgen, Spiele und Clowns, jedes Fest ist individuell und heißt die Kleinen ebenso willkommen wie die Großen. Ganz abgesehen von diversen Ständen, bei denen angefangen von Ramsch bis Spielsachen, Taschen und Kleidung und vieles mehr zu bestaunen und kaufen war.

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Kulinarisch sind Volksfeste für gewöhnlich einfach gestrickt, was so die Kinderherzen höher schlagen lässt: Würstel, Brezeln, Henderl, Pommes, Crepes und andere Naschereien, da können Kinderbäuche gar nicht hungrig bleiben. Wer also gerne mal eine Cheat-Day machen will, da bietet sich ein Volksfest-Besuch mit Kind an, denn vieles davon würde man sich alleine gar nicht gönnen – ich zumindest nicht.

Wichtig ist, dass der abendliche Besuch dem kleinen Begleiter angepasst wird und man ihm auch vollste Aufmerksamkeit schenkt. Denn so lustig es auch sein kann, so aufpassen muss man auch, etwa, dass das Kind nicht in der Menge verloren geht oder gar von anderen größeren Erwachsenen übersehen wird. Für all die durstigen Mamis und Papis hier: mit Kind im Schlepptau empfiehlt es sich doch lieber die Kindergetränke zu konsumieren, denn das verhindert nicht nur einen Kater am nächsten Tag, sondern dient auch der Sicherheit der Zwerge. Trinkfeste sollten nicht unter Beisein des Kindes gefeiert werden. Wann der Abend zu Ende ist, da richte man sich auch bestenfalls nach dem Kleinkind, zumal es zu der Zeit normalerweise bereits schläft. Ist es also müde, erschöpft oder bereits schlecht gelaunt dann ist es wohl besser die Heimfahrt anzutreten.

Wir hatten bei allen drei Festen unglaublich viel Spaß, wenn auch der Abend viel mehr ein Spektakel für die Kinder war als für uns Großen. Und ihr werdet es kaum glauben, bei allen Festen waren jedes Mal unglaublich viele Eltern mit ihren Kindern unterwegs, sei es mit Kinderwagen, Babytrage oder Hand-in-Hand mit größeren Kindern. Kinder sind also kein Hindernis, wenn man abends noch gerne unter Leute geht, was natürlich nicht zum Regelfall werden soll. Noch ein Pluspunkt: weil die Abende so unglaublich aufregend waren, war die Maus jedes Mal binnen Sekunden im Auto eingeschlafen und hat nicht mal den Wechsel ins Bett gemerkt – sondern erst am nächsten Morgen 😉 Wir freuen uns also auf den nächsten Sommer!

Die unfassbare Fantasie der Kinder

Aktuell begrüßen wir sie täglich, die Fantasiespielgefährten meiner zweieinhalbjährigen Tochter. Bereits seit geraumer Zeit tummeln sich jeden Tag neue imaginäre Freunde in unserem Wohnzimmer oder begleiten uns mit auf dem Weg, sei es zum Spielplatz oder in den Garten. Oft sind es ihre echten Freunde in unsichtbarer Variante, mit denen sie das spielt was sie mit ihnen das letzte Mal im Garten gespielt hat. Und dann sind es wieder jene Figuren, die ihr gerade in den Sinn kommen. Die Dame vom kleinen Geschäft zum Beispiel, bei der sie Zuhause am Wohnzimmerfenster ihre Lebensmittel einkauft. Oder aber ein Fantasiebaby, dass sie in den Schlaf schaukelt, füttert oder am Spielplatz von der Rutsche rutschen lässt. Sie dabei zu beobachten, wie sie in der Puppenküche alleine für ihr imaginäres Baby essen kocht oder das Plastelin mit ihren echten, aber in dem Moment imaginären Freunden teilt ist unglaublich unterhaltsam, aber auch unglaublich süß.

Mit ihrer Vorstellungskraft schafft meine Tochter es sich selbst zu beschäftigen und bereits wie eine Große alleine zu spielen, manchmal gekoppelt mit anderem Spielzeug, oftmals aber auch komplett ohne. Sie erschafft sich also selbst eine Fantasiewelt um etwas zu erleben und das alleine Spielen noch intensiver, vor allem aber lustiger zu gestalten.

Was früher als etwas komisch galt, weil den Kindern unterstellt wurde, dass sie halluzinieren, ist eigentlich ein Zeichen geistiger Gesundheit, meint der US-Psychologe Jerome Singer. Fantasiefreunde unterstützen die Kinder in vielerlei Hinsicht, denn nicht umsonst werden sie von ihnen – wenn auch oftmals für einen bestimmten Moment – erschaffen. So unterscheidet der Psychologe Singer auch verschiedene „Arten“ von imaginären Freunden:  

Der Spielgefährte, der das Kind unterhält, wenn ihm langweilig ist, oder es auf das Geschwisterchen oder Freunde böse ist, oder einfach seine Ruhe haben will.

Der Beschützer und Tröster, um in Momenten der Angst oder Trauer Halt zu finden.

Der Verbündete, der gemeinsam gegen die Eltern oder andere rebelliert.

Oder auch der Sündenbock, den ein Kind manchmal braucht, wenn es etwas getan hat, wofür es vielleicht geschimpft wird. (Vgl. eltern.de/Der Kumpel aus dem Fantasieland)

Meine Tochter teilt ihre Freunde auch gerne mit uns Großen. „Mama, haltest du bitte mal mein Baby?“ Auf die Frage hin wie denn ihr Baby heiße hat sie stets eine andere Variante auf Lager, jedoch immer einen uniquen Namen. Und halte ich manchmal sogar vier imaginäre Babys im Arm, während meine Tochter für sie Fläschchen macht, beginnt mindestens eins davon zu „weinen“. „Mama, das kleine Baby weint!“ und die „Baby“-Mama kommt schon angesaust. „Ist schon gut, ich bin eh da. Kein Grund zum Weinen!“ Und schon wird das Baby im Arm gewiegt und beruhigt. Die Fantasiefreunde meiner Tochter sind also nicht nur zur eigenen Unterhaltung da, sondern auch zum sozialen Verhalten und Kommunizieren lernen und um genau jenes auszuprägen. Im Fantasieland gibt es nämlich keine Fehler oder Streitereien mit anderen echten Gleichgesinnten, sondern nur jene Momente, die das Kind selbst erschafft. So kommt auch vor, dass sie sich gerne mal in der Rolle wieder findet, in der sie schimpft und andere zurechtweist.

Ich könnte ihr stundenlang dabei zusehen…

 

Bis wann brauchen Kleinkinder eigentlich ein Mittagsschläfchen?

Unlängst wurde ich von einer Bekannten, selbst Tochter einer bald Dreijährigen, etwas verwundert angeschaut. „Was, deine Tochter schläft mittags noch?“, fragte sie mich mit großen Augen. Als ich ihr dann sagte, dass meine Zweieinhalbjährige auch gerne mal gute zwei Stunden schläft blieb meinem Gegenüber doch glatt der Mund offen. Nachdem sie mich anschließend über das Schlafverhalten meiner Tochter ausgefragt hat, die nachts immer noch sehr unruhig und nicht durch schläft, folgte dann der Vorwurf an mich: „Ist ja kein Wunder, wenn sie abends später schlafen gehen will und nachts schlecht ruht, wenn du sie mittags so lange schlafen lässt. Wahrscheinlich braucht sie gar keinen Mittagsschlaf mehr!“ Ehrlich gesagt habe ich das Gespräch des öfteren Revue passieren lassen und darüber nachgedacht, ob meine Bekannte vielleicht Recht hat. Der Mittagsschlaf – bis zu welchem Alter braucht man den eigentlich?

Während Babys zum gesunden Wachsen und Gedeihen noch mehrere Schläfchen pro Tag benötigen, genügt den größeren Kindern für gewöhnlich der Mittagsschlaf. Ob nun 30 Minuten oder zwei Stunden ist von Kind zu Kind unterschiedlich sowie auch individuell vom Schlafverhalten abhängig. Manche Kinder sind nach einem kurzen Nap wieder voller Energie, andere brauchen gar keine Ruhepause mehr. Doch wie merkt man, ob ein Kind noch einen Mittagsschlaf braucht?

Diese Frage kann sich eigentlich jede Mutter selbst beantworten, denn nur sie kennt die Bedürfnisse ihres Sprösslings in und auswendig. Die gängigen Müdigkeitsanzeichen wie etwa 

  • Gähnen
  • erhöhter Kuschelbedarf
  • Augen reiben
  • eine schlechter werdende Laune
  • kein Interesse mehr am Spielen
  • oder gar selbstständiges hinlegen auf die Wohnzimmercouch

deuten darauf hin, dass ein Kleinkind müde wird. So passiert das auch bei uns, denn nach maximal sechs Stunden wach sein sind bei meiner Zweieinhalbjährigen nicht nur die Kräfte futsch, sondern auch die gute Laune. Ist der Bauch dann auch noch vom Mittagessen voll, sowieso. Wie in der Krabbelgruppe als auch Zuhause genügen dann nur eine Geschichte und wenige Minuten im Bett bis die Maus eingeschlafen ist. Ein Zeichen dafür, dass sie ihren Schlaf braucht.

Haben Kinder aber keinerlei Müdigkeitsanzeichen und eine stetige Energie, schlafen nachts ihre gut zwölf Stunden durch, dann sind sie oftmals genug ausgeruht um ohne Mittagsschlaf durch den Tag zu kommen. Das Schlafbedürfnis ändert sich mit dem Wachstum und mit den Gewohnheiten eines jeden Kindes. So führen manche Eltern auch andere Arten des „Rastens“ in den Tag ein, wie beispielsweise mittags Bücher anschauen oder die Lieblingsserie gucken, auch das verhilft den Kindern um runterzukommen und ihre Kräfte aufzutanken.

Nun mag vielleicht die These meiner Bekannten stimmen, dass meine Tochter nachts besser schlafen würde, wenn sie kürzer oder gar nicht mittags ruhen würde. Das kam aufgrund von Ausflügen oder speziellen Ereignissen bei uns auch schon manchmal vor. Ob es ihr gut tat? Das wage ich zu bezweifeln. Jedes Mal war die Maus ab dem späten Nachmittag komplett gerädert, schlecht drauf, ungeduldig und weinerlich und ist meistens von selbst am späten Nachmittag eingeschlafen, oder abends dann komplett überdreht und nach einem langen und sehr lauten Protest. Ein Zeichen, dass sie ihren Mittagsschlaf braucht – unbedingt. Die folgenden Nächte hat sie zwar wirklich besser geschlafen, doch der Preis war es mir nicht wert mein liebes Energiebündel so zu strapazieren. Meine Bekannte hat also zwar bedingt recht, doch ist es für meine Tochter noch nicht der richtige Weg – jetzt zumindest noch nicht. Sie braucht ihre Zeit um für den Rest des Tages wieder voller Energie zu sein, wenn dann auch abends dafür etwas länger. Jedes Kind ist eben einzigartig, so auch ihre Ruhepausen.

Schade ich meinem Kind, wenn ich meine Arbeitsstunden erhöhe?

Aus gegebenen Anlass beschäftigt mich diese Frage aktuell mehr denn je. Kommenden November bin ich bereits zwei Jahre wieder zurück in meiner Arbeit. Als meine Tochter zehn Monate alt war ging ich fünf Stunden die Woche zurück ins Büro, als schrittweise, langsame Gewöhnung an eine bevorstehende längere Trennung unserer verschworenen Mama-Tochter-Einheit. Die fünf Stunden pro Woche schafften wir beide mit links, zumal meine Tochter an diesen Tagen von der Omi rundum betreut wurde. Zwei Monate danach dann die Aufstockung auf zwanzig Arbeitsstunden die Woche, verteilt auf drei Tage, Fremdbetreuung inklusive. Bei diesen zwanzig Stunden stehen wir heute immer noch. Und weil mit zunehmenden Monaten zurück in der Firma die Arbeit immer mehr wurde und auch Spaß machte, wurde die Zeit knapper, weswegen ich bereits länger über eine Erhöhung meiner Arbeitsstunden nachdenke. Doch, schade ich damit meinem Kind?

Auch wenn ich nicht von einer Erhöhung auf Vollzeit spreche, sondern „lediglich“ um sechs Stunden (d.h. einen vierten Tag), eine klare Antwort darauf weiß ich nicht. Viele Mütter würden bestimmt sagen, dass die paar Stunden mehr oder weniger dem Kind sicherlich nicht schaden, ist es doch bereits an die tageweise Trennung und die Fremdbetreuung gewöhnt. Doch: jedes Kind ist anders und somit geht jedes Kind mit der Trennung anders um. Während die einen sehr gerne bei der Tagesmutter oder in der Kita bleiben, ist für die anderen der Morgen und der Weg dorthin jedes Mal wieder gekoppelt mit sehr vielen Emotionen. Dazwischen und darüber hinaus gibt auch viele Fälle, alles abhängig von ganz vielen Faktoren. Davon abgesehen, dass das Thema Fremdbetreuung vor dem Kindergartenalter in der Gesellschaft, aber auch bei Pädagogen und Eltern immer noch umstritten ist.

„Für das Kind fühlt es sich an, als würde es selbst auch arbeiten gehen, auch wenn es das nicht tut.“ Diese wahren Worte stammen von einer Tagesmutter, die mich vor einem Jahr zum Krabbelgruppen-Start meiner Tochter beraten hatte. Sie hatte recht, bis heute fühlt es sich so an. Die letzten beiden Monate war meine Maus morgens stets traurig oder wütend als es in Richtung Krabbelgruppe ging: das Frühstück wurde oftmals verweigert, gerne auch das Anziehen oder Zähneputzen. „Mama, nicht in den Kindergarten fahren!“ oder „Mama, nicht arbeiten gehen!“ – zwei leider oft gehörte Sätze am frühen Morgen. Interessanterweise waren genau diese Emotionen im Auto stets sofort vergessen und wir konnten den Kindergarten ohne Probleme freudig betreten. Doch am nächsten Morgen Zuhause dasselbe Verhalten. Zuhause wäre sie dann doch lieber, klar.

Durch die Möglichkeit, dass heute eine gute Fremdbetreuung bei unter Dreijährigen gegeben ist, auch wenn sie kostspielig ist und eine längere Suche bedarf, verhilft das vielen Müttern zum schnelleren Wiedereinstieg in den Beruf. Ein sehr wichtiges und auch nicht wegzudenkendes Thema auch wenn es leider auf Kosten der Kinder geht. Denn auch wenn die Fremdbetreuung dem Kind eine tolle Zeit und Erfahrung beschert sind zu lange Trennungen von den Eltern, speziell von der Mama, im zu jungen Alter mit Sicherheit nicht das beste für die emotionale Entwicklung des Kindes. Hier spreche ich nicht von einer Betreuung bei der geliebten und vertrauten Oma, sondern von der Betreuung in einer Krabbelgruppe oder Kita. Und so dankbar ich auch für die Möglichkeit und auch die Tatsache bin, dass meine Tochter in „unserer“ Krabbelgruppe seit einem Jahr sehr gut aufgehoben ist, so ängstlich und vorsichtig bin ich auch in diesem Thema. Grund hierfür ist vor allem weil ich sehe, wie anstrengend das alles für meine Tochter ist. Und, wie gerne sie an den restlichen Tagen der Woche Zuhause bleibt. Klar, so viele Aktivitäten und Möglichkeiten wie es die Pädagogen in der Krabbelgruppe bieten, kann ich meinem Kind Zuhause gar nicht geben. Unzählige Lieder, Tänze, Spiele, Basteleien in allen Jahreszeiten, kochen, freies Spielen mit einer unglaublichen Ausstattung und das stets mit Gleichgesinnten, dadurch lernen die Kinder kognitive und soziale Kompetenzen, die sie vielleicht sonst erst im Kindergarten lernen würden – und doch kann Frühförderung auch unglaublich anstrengend sein. Nicht umsonst ist meine Tochter nach einem Tag (8-15:30 Uhr) trotz Mittagsschlaf erschöpft – und vor allem in freudiger Erwartung auf Zuhause.

Ich bin wirklich hin- und hergerissen – doch vor allem ist das meine Maus. Eigentlich beantworte ich mir meine Frage schon selbst, auch wenn ich gerne noch weitere Stunden dazu nehmen würde.

Was habt ihr für Erfahrungen?

,,Und, wann kommt nun das Zweite?“

Es gibt wohl kaum eine Frage, die mir in den letzten zweieinhalb Jahren als Mama öfter gestellt wurde als die eine. Kaum machte unsere Tochter uns zur Familie, war diese Frage bereits heiß begehrt. Doch glaubt mir, auch wir als Eltern haben sie uns bereits an die tausend Mal gestellt. Doch, wann ist denn nun eigentlich der perfekte Zeitpunkt für ein zweites Kind? Die Antwort ist ganz einfach: den perfekten Zeitpunkt, den gibt es nicht, auch nicht wenn Planung die halbe Miete ist.

Zwei Kinder unter zwei Jahren. Mama und Papa sind sich also bereits ganz schnell sicher ein Geschwisterchen für Baby Nummer eins zu wollen, was sie nicht lange warten lässt es in die Tat umzusetzen. „Zwei unter zwei“ bringt nicht nur viel Stress, sondern auch viele wunderbare Stunden und Vorteile mit sich. Man ist bereits voll drin in dem Baby-Eltern-Ding, kann bereits ein Buch über schlaflose Nächte schreiben, hat nichts verlernt, das mit dem Schnuller oder Flaschi auskochen kann man sich schnell wieder angewöhnen und überhaupt steht die Babywippe noch in der Abstellkammer. Ob Maxi Cosi, Stubenwagen, Babywippe und Co. – wieso soll es noch Jahre auf eine Wiederverwendung warten, wenn es bereits da ist und Platz braucht? Mama muss nur kurz oder vielleicht sogar nicht zwischen Kind Nummer eins und Nummer zwei arbeiten gehen. Somit kann man sich vielleicht auch den riesen Schritt der Fremdbetreuung sparen. Zudem haben die Kinder nur wenig Altersunterschied und können später gemeinsam spielen. 

Zwei, drei Jahre später. Dann sind da die Eltern, die das zweite Kind nicht so schnell „nachschießen“ und noch etwas warten wollen. Denn so schön es sein muss Eltern von zwei Kleinkindern zu sein, so anstrengend muss es auch sein, genauer gesagt doppelt anstrengend, wenn auch nur für eine gewisse Zeit. So warten viele Eltern den Zeitpunkt ab bis Kind Nummer eins aus „dem Gröbsten“ raus ist um sich wieder voll und ganz einem neuen kleinen Wunder widmen zu können. Ist das Kleinkind bereits etwas selbständig, braucht keine Windeln mehr und schläft vielleicht bereits durch, dann kann das auch Vorteile bringen als ob man zwei Kinder gleichzeitig mit dem Löffel füttern muss. Auch ist nach dem Wiedereinstieg der Mama in den Beruf vielleicht schon wieder etwas Zeit vergangen um wieder ohne schlechten Gewissens in Elternzeit gehen zu können.

Und dann sind da die Eltern, die den Schritt in die Selbstständigkeit des Kindes als „Verschnaufpause“ genießen und auf den Schuleintritt des ersten Kindes warten um nochmal „loszulegen“. Man hat als Eltern bereits einiges erlebt, gelernt und verstanden, das erste Kind durch den Kindergarten begleitet und wieder mit beiden Beinen in der Berufswelt Fuß gefasst. Dem ersten Kind konnte vollste Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt werden, die es nicht mit einem Geschwisterchen teilen musste. Die „Entthronung“ des Ersten erfolgt um einiges später. Auch gibt es Familien, bei denen der „Nachzügler“ vielleicht sogar zehn Jahre oder mehr auf sich warten lässt.

Den „richtigen“ Altersunterschied gibt es de facto nicht, auch wenn zwei Kleinkinder bestimmt mehr miteinander spielen als wenn fünf Jahre zwischen den Geschwistern liegen. Auch Fünfjährige lieben ein Baby-Geschwisterchen gleich, auch wenn die gemeinsamen Interessen bereits etwas auseinander driften, was ein gemeinsames Spielen oder Lernen vom anderen jedoch nicht ausschließt. Umgekehrt kann es auch sein, dass zwei Kleinkinder-Geschwister auf Biegen und Brechen nicht gemeinsam spielen wollen. Ebenso kann das Eifersuchtsthema bei jedem Altersunterschied vorhanden sein, was von Eltern und Kindern abhängt. Kein Kind teilt gerne die Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern von heute auf morgen mit einem anderen, egal ob es zwei oder fünf Jahre alt ist.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt können nur die Eltern selber beantworten, und zwar ganz individuell. Die einen sind früher für den Schritt bereit, die anderen später. Eine Anleitung zum „richtigen“ Weg gibt es nicht, hängt das Thema doch auch von ganz vielen anderen Faktoren ab. Vielleicht wird gerade ein Haus gebaut oder ein Umzug steht bevor, oder aber Mama oder Papa haben zwischendurch eine andere Berufslaufbahn gewählt. Oder einer der beiden Partner ist noch nicht bereit dafür. Jede Familie schreibt hier ihre eigene Geschichte und genau so soll sein.

„Ich mag aber nicht in den Kindergarten!“

„Mami, ich mag nicht in den Kindergarten!“ „Mami, nicht arbeiten fahren!“ „Mami, Zuhause bleiben!“ Sätze wie diese sind es, die sich keine berufstätige Mama am frühen Morgen wünscht. Und doch bleiben sie ab und an leider nicht aus, denn auch die Kleinsten unter uns erleben Tage, an denen sie schlecht gelaunt sind. Sind diese Sätze dann noch gekoppelt mit kullernden Krokodilstränen, womöglich auch mit einem Gestampfe, Gehaue, Jacken- und Schuhverweigerung, dann ist der Tag gelaufen, und zwar für das Kind und die Mama. Ein schreckliches Gefühl das Kind zu sehen, wie es verzweifelt versucht mit der Mama Zuhause bleiben zu können. Doch der Erfolg bleibt leider aus. Pflegeurlaub für ein Kind, das nicht in den Kindergarten gehen will, gibt es leider nicht.

Oftmals kommen diese Gefühlsausbrüche auch an den Morgen daher, an denen man es am wenigsten erwartet, weil es die vielen letzten Male immer wunderbar funktioniert hat. Und dann auch noch an den Morgen, an denen man es am wenigsten brauchen kann, weil man vielleicht zu wenig geschlafen hat, sich gerade nicht wohl fühlt in seiner Haut und es Zuhause aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen. Eine Mischung also, die anstrengender nicht sein kann, für Mama und das Kind. So oder so ähnlich war es bei uns die letzten Tage, die so also weniger erfreulich waren – was sich auch auf Arbeit und Laune ausgewirkt hat. Riesen Schuldgefühle meinerseits inklusive. Warum tue ich mir das mit dem Arbeiten noch mal an? Trotz einem Drama Zuhause konnte ich die Maus wenigstens jedes Mal ohne Tränen im Kindergarten abgeben, mit einer lieben Verabschiedung und „Tschüss-winken“ am Fenster. Wirklich kein Job dieser Welt macht diese Emotionen vergessen, wenn man sein weinendes Kind in Krabbelgruppe oder Kindergarten zurücklassen muss.

Ruhig bleiben und das Kind beruhigen. In Situationen wie diesen ist es einfach die beste Lösung, das traurige Kind in den Arm zu nehmen. Stressen oder gar schimpfen, weil man selbst schon viel zu spät dran ist, das ist da fehl am Platz, komplett.

Gemeinsam der Sache auf den Grund gehen. Warum möchte mein Kind nicht in den Kindergarten? Gibt es eine Erklärung? Wenn mehrere zaghafte Morgen hintereinander liegen, dann sollte man das hinterfragen, und zwar bei Kind und bei der Erzieherin. Oftmals steckt nur eine Trennungsangst dahinter, gekoppelt mit Müdigkeit und anderen launenbezogenen Komponenten. Wenn das Kind auf diese Frage keine Antwort parat hat, dann kann man auch einfach mit den Lieblingsspielsachen Kindergarten spielen, dann erklärt sich oft ganz schnell, ob sich das Kind wirklich wohl fühlt in der Einrichtung oder nicht. Und auch, ob Trennungsangst der eigentliche Grund ist, warum das Kind nicht in den Kindergarten gehen möchte.

Gemeinsame Schönes definieren. Nach der Arbeit gibt es Eis. Oder Kuchen. Oder Gummibärchen. Und wir gehen nach dem Kindergarten spazieren, die Oma besuchen, einkaufen, schauen jede Menge Folgen von Peppa Wutz und überhaupt und sowieso. Man versucht einfach alles um Morgen wie diese so erträglich wie nur möglich für das Kind zu machen, die Situation unter Kontrolle zu bringen und auf die erfreulichen Dinge zu lenken. Schöne Ausblicke auf die kommende freie Zeit, gemeinsame Geschichten aufleben lassen, Lieblingsspielsachen mit in den Kindergarten nehmen, Lieder trällern – es gibt so vieles, was die Stimmung wieder anheben kann. Es braucht Zeit gemeinsam einen Kompromiss zu schließen und sich zu versöhnen, damit sich beide Parteien ohne Probleme auf den Weg zur Arbeit und die Betreuungsstätte machen können.

Ist das Kind wieder gut gelaunt, sind die Schuldgefühle aber nicht ganz vergessen, man ist es schließlich selbst, die das Kind in eine so verzweifelte Situation gebracht hat. Tausende Male „Ich hab dich lieb“ und unzählige Bussis verhelfen da zwar etwas zur Abhilfe, und doch schafft es nur das Kind selbst, dass sich die Mama wieder wohl fühlt. Gott sei Dank sind die Kleinen ja überhaupt nicht nachtragend und freuen sich riesig, wenn sie endlich wieder abgeholt werden, um noch einige schöne Reststunden des Tages mit den Eltern verbringen zu können, und die Geschehnisse vom Kindergarten daheim erzählen können.