Bis wann brauchen Kleinkinder eigentlich ein Mittagsschläfchen?

Unlängst wurde ich von einer Bekannten, selbst Tochter einer bald Dreijährigen, etwas verwundert angeschaut. „Was, deine Tochter schläft mittags noch?“, fragte sie mich mit großen Augen. Als ich ihr dann sagte, dass meine Zweieinhalbjährige auch gerne mal gute zwei Stunden schläft blieb meinem Gegenüber doch glatt der Mund offen. Nachdem sie mich anschließend über das Schlafverhalten meiner Tochter ausgefragt hat, die nachts immer noch sehr unruhig und nicht durch schläft, folgte dann der Vorwurf an mich: „Ist ja kein Wunder, wenn sie abends später schlafen gehen will und nachts schlecht ruht, wenn du sie mittags so lange schlafen lässt. Wahrscheinlich braucht sie gar keinen Mittagsschlaf mehr!“ Ehrlich gesagt habe ich das Gespräch des öfteren Revue passieren lassen und darüber nachgedacht, ob meine Bekannte vielleicht Recht hat. Der Mittagsschlaf – bis zu welchem Alter braucht man den eigentlich?

Während Babys zum gesunden Wachsen und Gedeihen noch mehrere Schläfchen pro Tag benötigen, genügt den größeren Kindern für gewöhnlich der Mittagsschlaf. Ob nun 30 Minuten oder zwei Stunden ist von Kind zu Kind unterschiedlich sowie auch individuell vom Schlafverhalten abhängig. Manche Kinder sind nach einem kurzen Nap wieder voller Energie, andere brauchen gar keine Ruhepause mehr. Doch wie merkt man, ob ein Kind noch einen Mittagsschlaf braucht?

Diese Frage kann sich eigentlich jede Mutter selbst beantworten, denn nur sie kennt die Bedürfnisse ihres Sprösslings in und auswendig. Die gängigen Müdigkeitsanzeichen wie etwa 

  • Gähnen
  • erhöhter Kuschelbedarf
  • Augen reiben
  • eine schlechter werdende Laune
  • kein Interesse mehr am Spielen
  • oder gar selbstständiges hinlegen auf die Wohnzimmercouch

deuten darauf hin, dass ein Kleinkind müde wird. So passiert das auch bei uns, denn nach maximal sechs Stunden wach sein sind bei meiner Zweieinhalbjährigen nicht nur die Kräfte futsch, sondern auch die gute Laune. Ist der Bauch dann auch noch vom Mittagessen voll, sowieso. Wie in der Krabbelgruppe als auch Zuhause genügen dann nur eine Geschichte und wenige Minuten im Bett bis die Maus eingeschlafen ist. Ein Zeichen dafür, dass sie ihren Schlaf braucht.

Haben Kinder aber keinerlei Müdigkeitsanzeichen und eine stetige Energie, schlafen nachts ihre gut zwölf Stunden durch, dann sind sie oftmals genug ausgeruht um ohne Mittagsschlaf durch den Tag zu kommen. Das Schlafbedürfnis ändert sich mit dem Wachstum und mit den Gewohnheiten eines jeden Kindes. So führen manche Eltern auch andere Arten des „Rastens“ in den Tag ein, wie beispielsweise mittags Bücher anschauen oder die Lieblingsserie gucken, auch das verhilft den Kindern um runterzukommen und ihre Kräfte aufzutanken.

Nun mag vielleicht die These meiner Bekannten stimmen, dass meine Tochter nachts besser schlafen würde, wenn sie kürzer oder gar nicht mittags ruhen würde. Das kam aufgrund von Ausflügen oder speziellen Ereignissen bei uns auch schon manchmal vor. Ob es ihr gut tat? Das wage ich zu bezweifeln. Jedes Mal war die Maus ab dem späten Nachmittag komplett gerädert, schlecht drauf, ungeduldig und weinerlich und ist meistens von selbst am späten Nachmittag eingeschlafen, oder abends dann komplett überdreht und nach einem langen und sehr lauten Protest. Ein Zeichen, dass sie ihren Mittagsschlaf braucht – unbedingt. Die folgenden Nächte hat sie zwar wirklich besser geschlafen, doch der Preis war es mir nicht wert mein liebes Energiebündel so zu strapazieren. Meine Bekannte hat also zwar bedingt recht, doch ist es für meine Tochter noch nicht der richtige Weg – jetzt zumindest noch nicht. Sie braucht ihre Zeit um für den Rest des Tages wieder voller Energie zu sein, wenn dann auch abends dafür etwas länger. Jedes Kind ist eben einzigartig, so auch ihre Ruhepausen.

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